Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben מגצפך 111 Zerstörung des Tempels, von denen die Severusrolle eben ein letztes Beispiel ist. Ist ja auch sonst von der Mischna der ,,Ersten“ usw. im Sinne der ersten tannaitischen Geschlechter vor der Zerstörung die Rede. In diesen Tora-Rollen gab es noch kein geschlossenes Mem, sondern nur die offene Buchstabenform, aus der das geschlossene Mem sich eben erst später entwickelte. — Zur geschiossenen!Form des He s. später. Und diese Angaben über das Schwanken der beiden Formen des Mem in den Handschriften der Zeit vor der Zerstörung des Tempels werden bestätigt durch den Befund der Inschriften auf den Ossuarien dieser Periode. Die zahlreichen Inschriften auf den Knochenkisten Palästinas aus der Zeit von 100 vor bis etwa 100 nach Chr. weisen dieselben Schwankungen im Gebrauch der beiden Formen des Mem auf, wie sie für die gleichzeitige Severusrolle angegeben werden. Während in den Synagogen-Inschriften des dritten Jahrhunderts Mittel-Mem und Ende-Mem regelrecht verteilt sind, werden sie in den älteren Ossuarien ohne Unterschied verwendet. Vgl. z. B. die von E. L. Sukenik im Tarbiz III, 288ff. veröffentlichte Ossuarien-Inschrift über die Gebeine des Königs Usijahu, in der das Wort מלך am Wortanfang ,,korrektcc mit einem offenen Mem geschrieben ist, während das Mem in der Wortmitte in טסי und למפתח beidemal durch das geschlossene Zeichen wiedergegeben ist13. Ja noch mehr. Im Frühjahr 1924 stießen die Arbeiter bei Grabungen für Universitätsbauten auf dem Skopusberg in Jerusalern auf eine Gräberhöhle, deren Erschließung E. L. Sukenik, A. Yellin und A. Reifenberg übertragen wurde. Die dort gefundenen und von E. L. Sukenik im II. Sammelband der Jewish Palestine Exploration Society S. 74—80 beschriebenen Ossuarien bieten u. a. die Inschriften חנניה בן עמרם und יהודה בן עמרם. Im zweiten Fall erscheint als Mittel-Mem in עמרם ein rundes geschlossenes Mem, während als Ende-Mem in beiden Namen dasselbe runde Zeichen 13 S. die Photographie Nr. 1. Alle hier gebrachten Photograpnien und Zeichnungen verdanke ich dem Archäol. Institut der Universität Jerusalem und der Freundlichkeit seines Leiters, Prof. E.L. Sukenik.