Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Harry Torczyner ältesten erhaltenen Abschrift eines biblischen Textes, die sonst die Endformen der vier Buchstaben ausschließlich am Ende, die Mittelformen in der Wortmitte und am Wortanfang gebraucht, zeigt das Mem die gleiche Sonderstellung. In den Beispielen להט Z. 4; ימיט Z. 13; החק)ימ) Z. 22; מצרימ Z. 23 steht offenes Mem auch am Wortende, ganz wie in den Fällen der Severushandschrift! Und andere Stellen zeigen Übergangsformexi zwischen מ und 10פ. Diese Tatsache, daß in jener alten Handschrift aus Jerusalem, aber ebenso auch im Papyrus Nash, offenes Mittel-Mem auch an Stelle des geschlossenen Ende-Mem steht, ja daß infolge dieses Gebrauchs am Wortende selbst מצרימה statt מצרים geschrieben werden konnte, erhält nun eine weitere Illustration durch zwei Aussprüche, die im jerusalemischen Talmud in unmittelbarem Anschluß an die angeführte Diskussion über die מנצפך gebracht werden. Dort heißt es: ,,R. Jirmeja im Namen von R. Hija bar Ba und R. Simon, beide sagen: Die Tora der Ersten, weder ihr Mem noch ihr He waren geschlossen. R. Simon und R. Schemuel bar Nahman, beide sagen: Die Männer von Jerusalem pflegten (statt) ירושלימה ירושלים zu schreiben und nahmen es nicht genau* 11. “ Der letztere dunkle Ausspruch wird durch die Parallele מצרימה - מצרים in der Severushandschrift bestätigt und als Folge der Schreibung mit offenem statt geschlossenem Mem am Wortende erklärt12. Und auch der zu diesem völlig parallele erste Ausspruch ist gleichfalls nicht von der Urtora, die Mose am Sinai erhielt, zu verstehen, sondern von der Tora-Rolle der ,,ersten“ Lehrer vor der 10 St. A. Cook, Proc. Soc. Bibi. Arch. XXV, 51: ,,The final form is not always closed.“ 11 ר׳ ירמיה בשם ר' חייה בר בא ור' סימון תריהון אמרין תורת הראשוניים לא דדה לא ה״א שלהם ולא מ״ם שלהם סתום. ר׳ סימון ור׳ שמואל בר גחמן תריהון אמרין אנשי ירושלים היו כותבין ירושלים ירושלימה ולא היו מקפידין. Zu beiden Sätzen fügt der jerusalemisehe Talmud aramäische Bemerkungen hinzu, zum ersten: ״ ,“הא סמ״ך סתום״Samech also war geschlossen“, zum zweiten: ורכותה צפון צפונה תימן תימנה״“ und ebenso תימן — תימנה, צפון — צפונה. Beide Anmerkungen haben mit der alten Tradition selbst nichts zu tun. 12 Vgl. teilweise schon Korban-ha-‘Eda z. St.