Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 109

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
Date
1939-01-01
Page
Seite 109 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850771--55772-2850964
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben מגצפך 109 Schlinge ausgehend weiter; und am Ende des Wortes entsteht durch den hinuntergezogenen Strich eine neue, gestreckte Endform jö p, ganz ähnlich wie auch in der hebräischen Schreibschrift am Wortende das geschlossene Schluß-Mem jenen Abschlußstrich nach unten erhalten hat8. In der hebräischen Quadratschrift dagegen haben beide Formen, die offene und die geschlossene, sich nebeneinander erhalten. Weil nun das sogenannte Schluß-Mem demnach eigentlich nur die letzte Variante des Mittel-Mem gewesen ist, ist von vornherein anzunehmen, daß sie nicht sogleich als Endform allein gebraucht wurde. Und das ist in der Tat auch der Fall. Aus dieser Entstehung des Schluß-Mem als ursprüngliche Mittelform erklärt es sich, daß, im Gegensatz zu dem ausnahmslosen Gebrauch der anderen alten Finalbuchstaben in der Bibel und anderwärts am Wortende, das Schluß-Mem auch in der Wortmitte, das Mittel-Mem auch am Wortende, vorkommt. Das erstere ist bekanntlich in unserem masoretischen Bibeltext selbst der Fall Jes 96, wo in למרבה das Schluß-Mem mitten im Wort steht. Umgekehrt steht Mittel-Mem am Wortende in המ Neh 213. Ferner nennt der Bericht in Bereschit Rabbati über eine Tora-Rolle, die nach der Zerstörung Jerusalems nach Rom gebracht wurde und sich dort in der Severussynagoge befand9 unter den eigentümlichen Lesarten dieser Tora-Rolle eine Anzahl anderer Fälle, wo Mittel-Mem für Schluß-Mem eintrat. So stand dort z. B. Gen 272 1ירט מותי statt מצרימה 4315;יום מותי statt מצרים, und umgekehrt 46g מצרים statt שמ 487;מצרימה statt שם; Lev 434 מדמ statt מדם; Dt 126 אביתמ statt גם ד,מ 20 3;אביתם statt גם הם. Aber das gleiche gilt auch für Papyrus Nash. Auch in dieser 8 Dazu, daß selbst diese Sonderform auch im Hebräischen bestand, s. später. 9 Ygl. A. Epstein, Chwolson-Festschrift, Berlin 1899, S. 49f. und meinen Aufsatz ״Bibeltext“ in Encyclopaedia Judaica IV» S. 515f. In seinem sonst sehr wertvollen Artikel in MG-WJ XXXIV, 1885 hat A. Epstein diese wichtigen Stellen verkannt oder mißdeutet.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.