Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Harry Torczyner Form der ״gebogenen“ גצפכ bereits auf den Ossuarien des ersten vorchristlichen Jahrhunderts und in Pap. Nash. Sie ist relativ alt. Dagegen stellt das ״Ende-Mem“ keine ursprüngliche Endform dar. Das Ende-Mem ist im Gegenteil die letzte Entwicklung der Mittelform des Mem, wie sie durch Anfügung des Verbindungs- Strichs entstanden ist. Aus dem ursprünglichen altkanaanäischen und altaramäischen Vj, das in der Schrift der aramäischen Papyri die Form hat, entsteht durch Anfügung des Verbindungs- Striches zuerst die offene Mittelform und dann erst aus dieser als letztes Stadium die geschlossene Form ם. Und das Mem ist nicht das einzige Zeichen, dessen geschlossene Form aus einer offenen Mittelform entstanden ist. Auch das bei uns stets geschlossene Samech hat seine gegenwärtige Form auf dieselbe Weise erhalten. Aus dem altkanaanäischen und altaramäischen Zeichen EjE, ^p, in der Inschrift von Taima 2j-, entsteht in den Papyri die ,,offene" Form J, und daraus erst die in den Ossuarien zuerst belegte geschlossene Zeichenform ס. Auch die Entstehung des geschlossenen neben dem offenen Mem ist aber nicht auf jüdischem Boden allein, sondern innerhalb der gesamten aramäischen Schrift erfolgt7. Aber im Bereich des Gesamtaramäischen, wo zuerst aus der noch offenen, verbundenen Form die geschlossene als letztes Stadium sich entwickelt, besiegt diese geschlossene Form allmählich ihre Vorgängerin und wird alleinherrschend. Im jakobitischen Syrisch z. B. und in dem vom Aramäischen abzweigenden arabischen Schriftzweig ist das Mem stets geschlossen. In der Mittelform סג im Syrischen, # im Arabisehen, führt ein Verbindungsstrich mitten im Wort von der fertigen 7 Auf Einzelheiten der außerjüdischen Entwicklung ist hier nicht näher eingegangen. Vgl. schon St. A. Cook, Proc. Soc. Bibi. Arch. XXV (1903) S. 52: All that can be said is that the Nabataean, Palmyrene, Hebrew and Syriac are closeLy related sister alphabets, derived from Aramaio forms current in Asia Minor, Syria and Mesopotamia in the IVth—Und cent. B. 0. Had we Aramaic inscriptions from Palestine of that period, we should doubtless be able to determine the relationship and development of the several forms more clearly.