Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben mnzpk und ihre Bedeutung als Kriterium für die Entstehungszeit des masoretischen Bibeltextes
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Entwicklung der Doppelformen der Buchstaben מגצפך 107 des Aramäischen weitergegangen ist und nur im Hebräischen auf dieser Stufe stehen blieb. So weist z. B. das Syrische Doppelformen auch für eine Reihe anderer Zeichen außer מגצפן auf, und das Arabische, dessen Schrift ja gleichfalls aramäischer Herkunft ist, hat diese Unterscheidung auf fast alle Buchstaben ausgedehnt. Daß auch das Hebräische zeitweilig mehr Doppelformen besaß, wird aus dem folgenden sich ergeben. Es gilt nun den Zeitpunkt festzustellen, an welchem diese Entwicklung den im Hebräischen fortan festgehaltenen Zustand der fünf Doppelformen erreicht hat. Nach den Angaben der Grammatiker zeigt der 1902 aufgefundene Papyrus Nash bereits diesen Zustand voll ausgeprägt; aber einerseits wäre damit nichts über die seiner Niederschrift vorausgegangene Zeit ausgesagt, andererseits ist die Datierung dieser Urkunde selbst nicht gesichert. Endlich aber wird sich zeigen, daß Papyrus Nash gerade in dem entscheidenden Punkt von unserem masoretischen Text sich unterscheidet. Ferner sei das folgende zur Charakterisierung der Doppelformen gesagt: Bei der Beurteilung ihres Charakters sind ja einerseits die vier Buchstaben גצפך, andererseits das Mem sorgfältig auseinanderzuhalten. Nicht nur ist ihr graphischer Charakter verschieden, wie ihn auch der Talmud mit Recht auseinanderhält: Bei גצפך unterscheidet er die gestreckten (פשוטץ) und die gebogenen (בפופין) Formen (גצפכ gegenüber ן ץ ף ך), bei Mem dagegen die offene (פתוחה) und die geschlossene (סתומה) Form (מ und ם). Sondern diesem Unterschied der Form entspricht in der Tat eine wesentliche historische Verschiedenheit. Die Endformen ן ץ ף ך sind wirklich direkte Entwicklungen der althebräischen, beziehungsweise altaramäischen Schrift- Zeichen, die eben nur alleinstehende Formen kannten. Neu sind nicht die Finalbuchstaben, sondern die Mittelbuchstaben, die durch Anfügung eines verbindenden Strichs zum nächsten Zeichen hin entstanden. So entwickelt sich naturgemäß die Verwendung der alten unverbundenen Zeichen am Wortende allein, der Zeichen mit dem Verbindungsstrich dagegen innerhalb des Wortes. Nun findet sich die neue, nach links mit dem Verbindungsstrich fortführende