Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Neue aramäische Urkunden aus der Zeit der Achämenidenherrschaft in Ägypten
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 97 (sequence 5)
- Language
- German
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Neu© aramäische Urkunden aus der Zeit der Achämenidenherrsckaft 97 So hören wir von einer Beschwerde, in der ihm vorgeworfen wird, daß er einem anderen Beamten die ihm zugesagten fünf Kilikier (sie taten Soldatendienste6, sind zum Beispiel auch unter den Begleitern Nahthors auf seiner oben erwähnten Reise nach Ägypten aufgeführt) verweigert habe, ferner, daß er dessen Ernte sich angeeignet und (ganz ähnlich so, wie wir es in dem Elephantine- Papyrus Cowley 7 lesen) die גרדא geschlagen und Besitzstücke weggenommen habe. Das hat er nunmehr alles zurückzugeben. Doch geht es in anderen Schreiben bei weitem friedfertiger zu, so, wenn es sich um die Übersendung von einigen Gebrauchsgegenständen handelt, wie Leinen und Purpurhäute, die vielleicht als Beschreibstoff dienen sollten, oder wenn von einem neuen Auftrage an einen Bildhauer die Rede ist, einem פתכרכר, der ,סוסה עם רכבה ״einPferd mit seinem Reiter“, und andere Skulpturen fertigen solle. Die Tatsache, daß wir kein Datum erwähnt finden, ist nun nach Kenntnisnahme des Inhalts nicht mehr so merkwürdig. Denn bei einer genaueren Durchsicht der Elephantine-Papyri ergibt sich, daß die Datierung dort nur bei juristischen und hochoffiziellen Schreiben gewissermaßen obligatorisch ist, aber in den selteneren privaten Briefen durchaus zu fehlen scheint. Und die Verwaltungsangelegenheiten des Eigenbesitzes des Arsäma sind ja, wie wir sehen, in eine Form gekleidet, die trotz ihres kanzleiamtlichen Charakters ganz privat wirkt. Ob in dem Arsäma-Papyrus Cowley 26 das Datum, das sich sonderbarerweise nur in der Adresse findet, nicht erst nachträglich hinzugesetzt ist, wird man wohl fragen dürfen. Die Zeit, in die die Lederurkunden zu setzen sind, läßt sich aus den beiden Momenten erschließen, die oben schon berührt sind. Einerseits weilt Arsäma fern von Ägypten — Susa und Babel werden genannt und kommen wohl beide als Absendungsort für Arsämas Schreiben in Betracht. Andrerseits hat es nicht lange vor der Abfassung der vorliegenden Schreiben in Ägypten eine beträchtliche Revolte, die vielleicht allerdings keine größeren politischen Folgen gezeitigt hat, gegeben, während deren Arsäma wohl auch schon 6 Vgl. Herodot III, 90. 7