Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Der Ibri
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 79 (sequence 14)
- Language
- German
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Der Ibri 79 Neuen Testament der, dessen Sprache die alte der Juden ist, im Gegensatz zu den griechisch Redenden, den fEX}a]vtGTat, als Hebräer, 'Eßpoaos bezeichnet37. Desgleichen gibt es jetzt eine (707ץנ0ץ*>ע) Aißpscov38, d. i. die Synagoge der hebräisch Sprechenden, und das Wort ,,Abram, der ibri“, durfte jetzt erklärt werden: Abram, der hebräisch Sprechende39. Des weiteren konnte, da so die alte Bedeutung des Wortes nicht mehr bekannt war, der ebed ibri der alten Rechtssprache jetzt der jüdische Knecht im Gegensatz zum kanaanitischen sein, mit seinem ursprünglichen Rechtscharakter, aber ohne den anfänglichen Wortsinn40. Anderseits durfte das Wort nun auch sehr mannigfaltig gedeutet werden, indem es bald von der Präposition עבר, jenseits, oder dem Substantiv עבי, Seite, bald wieder von dem Zeitwort עלר, durchschreiten, hergeleitet oder auf עבר, den Nachkommen Sems (Gen 1021ff.; ll14ff.; I Chr l18f.) zurückgeführt wird41. An dem ursprünglichen Sinn, der unserem Worte zukommt, dürften wohl kaum Zweifel bestehen. Diese alte Bedeutung könnte auch dadurch noch bestätigt sein, daß das Wort zu einem Personen־־ liamen geworden ist. Dieser Name Ibri (I Chr 2427) Dienstmann kann dann neben dem Namen Sebina (Esra 1043) ,,Gekaufter“ seinen Platz haben, vielleicht auch neben den mannigfachen Namensformen, die von dem Verbum sabod ,,schenken, ausstatten“ ihren Ursprung haben, falls in diesen letzteren nicht nur ist zusammengestellt von Strack-Billerbeck, Kommentar zum Neuen Testament, II, 445ff. 37 Apostelg 6ב sowie II Kor 1122 und Pbil 35. Die beiden letzteren Sätze stellen absichtsvoll nebeneinander ״hebräisch Sprechenden“ und ״Israelit“; sie erhalten ihren Sinn nur hierdurch. 'Kßpak 3׳aXsy.T0<; s. Apostelg 2140; 22 2; 2614. ״EßpaYcm s. Apokal 9n; 1616; Joh 52; 1913, 17u.20; 20lö. JEs darf hier darauf hingewiesen werden, wie die Sprache des Johannesevangeliums vielfach der Sprechweise der Apokalypse bewußt nachgebildet ist. 38 Schürer, Gesch. des jüd. Volkes, III3, 46. 39 Gen. r. zu 1413, von Zeitgenossen des Jehuda ben Hai, Mitte des 2. Jahrhunderts. 40 Kidduschin I, 2 u. 3. 41 Gen. r. zu 14ls. Pesikta r. 150a. Ex. r. zu 318. Daß eine tatsächliche Beziehung zwischen Eber und ibri, etwa in nachträglicher Gestaltung eines Ursprungnamens, bestehe, ist unwahrscheinlich.