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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 73

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Ibri
Date
1939-01-01
Page
Seite 73 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Der Ibri 73 Palästinas gefunden wurden, die Konsonantenverbindung עפר 'pr, ‘pru —und dem ägyptischen פ entspricht oft das semitische ב — vorkommt, und daß sie Gemeinschaften von abhängigen Leuten, Arbeitern und Söldnern, wohl aus fremdem Volke, benennt. Die Vergleichung dieser Texte läßt deutlich hervortreten, daß in dem Worte kein Volksname gegeben ist, sondern ein Gattungsname. Das nämliche gilt von einem verwandten Worte, von dem Worte habiru in keilschriftlichen Texten des dritten und zweiten Jahrtausends; sie lassen kaum zu, anzunehmen, daß dasselbe ein nomen proprium sein solle. Wohl aber ergeben sie ihren klaren Sinn, wenn auch hier in dem Worte das nomen appellativum ,,Dienstleute“, ,,Söldner“ erkannt wird, dieses selbe also, welches durch das sprachlich durchaus entsprechende ägyptische und hebräische Wort deutlich dargeboten ist. Aus alle dem kann sich daher ergeben, daß die anscheinend so verschiedenen Bedeutungen, die das Wort innerhalb der Bibel hat, in Wirklichkeit auf ein Gemeinsames, auf eine Grundbedeutung zurückgehen, daß ihnen allen also ein einheitlicher Sinn zukommt. Das Wort, ob es nun ägyptischen oder semitischen Ursprungs ist, bezeichnet den, welcher für eine Zeit in den Dienst eines andern getreten ist. Daher wird in der Rechtssprache der Knecht so genannt, der für eine Reihe von Jahren dienstgebunden ist, der also nicht wie der ssachir für Tagegeld dient, aber auch nicht der Sklave im eigentlichen Sinne ist15. Er war der ebed ibri; als Dienstmann hieß er so, aber nicht als Israelit. Daher sind die Söldner, die im Heere der Philister dienten, ibrim genannt16. Es ist anzunehmen, daß 15 Ob Lev 253gff. bzw. 2547ff. eine besondere Gruppe von Dienstleuten oder eine andere Entwicklungsstufe darstellt, ist für unsere Frage unwesentlick. Vgl. die Dienstkontrakte in den Keils chrifttaf ein von Nuzi im American Journal of Semitic languages 49 (1932/33). 16 Der Satz I Sam 4 9 ״seid stark und seid Männer, ibr Philister, daß ihr nicht den ibrim dienet“ gewinnt nun auch sein stilistisches Gepräge. Die Philister rufen einander zu: Seid Männer, damit ihr nicht Dienstleute von Dienstleuten werdet! — Es sei auch nochmals darauf hingewiesen, wie I Sam 14 genau geschieden ist, ob das Wort von den Philistern oder dem sraelitischen Erzähler gesprochen wird.

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