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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 72

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der Ibri
Date
1939-01-01
Page
Seite 72 (sequence 7)
Language
German
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72 Leo Israel Baeck hundert achtzehn, ausrücken und jagte nach bis Dan“. Und es wird dann weiter von dem Siege und der Rückkehr Ahrains berichtet. Diese Erzählung und in ihr die Bezeichnung Abrahams als ibri sind im Ganzen der Abrahamsgeschichte etwas durchaus Einmaliges. Anders als sonst ist hier Abraham geschildert: er, der ״Gesegnete Gottes“, ist hier zugleich der alte erfahrene Soldatenführer, er hat seine Leute und hat seine Bundesgenossen, er besiegt eine Heeresmacht und verfolgt sie. Und nur aus diesem Zusammenhang heraus und in dem besonderen Sinn, der sich aus ihm ergibt, kann hier das Wort ibri verstanden werden. Es kann hier nur eine spezifische, die militärische Bedeutung haben, die hier ja z. B. auch die Worte: chanichim (v. 14), anaschim, nearim (v. 24) haben; es kann also hier nur ein Gleiches wie in der Jonatan-Erzählung benennen. Wenn Abraham hier der ibri genannt wird, so ist er damit als der alte Soldat, der Söldner, der Söldnerführer bezeichnet14. In drei Kreisen steht so unser Wort. Es bezeichnet für Ägypter und Philister die Israeliten; es bezeichnet sodann eine bestimmte Klasse von Dienstleuten; es bezeichnet schließlich Soldaten. Sind diese drei Kreise konzentrisch oder exzentrisch? Der zweite und dritte zunächst, die beiden also, in denen es dem Sprechen der Israeliten zugehört, können unzweifelhaft den gemeinsamen Mittelpunkt haben: in beiden benennt das Wort ein Dienstverhältnis, das eine Mal das im Hause eines Besitzenden, das andere Mal das in einem Kriegsheere. Es gäbe so, wenn dies richtig gesehen ist, unter den Israeliten die ibrim, aber nicht alle Israeliten wären ibrim. Unser Wort wäre demnach kein Volksname. Aber auch der erste dieser Kreise kann hiervon seine Bestimmtheit erhalten. Es ist nämlich mit Bezug auf unser Wort des öfteren darauf hingewiesen worden, daß in ägyptischen Texten des zweiten Jahrtausends, solchen vornehmlich, die in dem Boden 14 Man könnte dem nur entgehen, wenn man etwa, wie dies Kautzsch getan hat, diese Erzählung der nachexilischen Zeit zuweisen wollte. Dann würde abram haibri neben Jona, dem ibri, stehen. Aber es braucht nicht gesagt zu werden, was alles gegen diesen Sprung über die Jahrhunderte spricht.

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