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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 63

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Erzählung von Abraham
Date
1939-01-01
Page
Seite 63 (sequence 17)
Language
German
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IRI
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Zur Erzählung von Ahraham 63 von Beerseba berichtet als des Ortes, an dem die siebente Offenbarung geschehen und von dem Abraham zum Berge Moriah ge־ sandt werden soll, um hier die höchste Probe zu bestehen und den höchsten Segen zu empfangen. Die tätige Hingabe Abrahams, die nach der mittleren Offenbarung sich kundtut, wie um jenen Augenblick des Zweifels mitten im Vertrauen (,,woran werde ich erkennen?“) tätig zu sühnen, erreicht hier ihren Gipfel. Ander־ seits läßt Gott sich hier nicht am Anfang, wie am Anfang der zwei vorhergehenden Offenbarungen, von Abraham ,,sehen“, und zum erstenmal heißt Gott nicht JHWH, sondern ״Elohim“: es ist der verhüllte Gott, der sich erst dann offenbaren wird. Dies ist aber zugleich der zweite Eckpfeiler dieser großen Architektur. Er hat zur Grundlage dieselben Motive wie die erste. In der ersten und in der letzten der Offenbarungen schickt Gott, dort der noch Unbekannte, hier der vertraut Gewordene, Abraham mit dem gleichen Rufe aus: ,,Geh vor dich hin!“ — mit einem Satz, der überhaupt nur diese beiden Male in der Bibel zu finden ist. Dort ruft er ihn so an, um von ihm — am Anfang der Erprobungen — zu fordern, daß er sich von der Vergangenheit, von der Welt der Väter scheide, hier — am Ende der Erprobungen —, daß er sieh, entgegen der ihm von eben diesem Gott gegebenen Verheißung, von der Zukunft, der Welt der Söhne scheide. Beidemal sagt Gott dem Menschen nicht, wohin er ihn schickt; hernach, unterwegs will er ihm das Land zeigen, das sein Ziel ist, will er ihm den Berg ansagen, der sein Ziel ist; ins Ungewisse schickt Gott den Mensehen aus dem Leben der Erinnerung, ins Ungewisse aus dem Leben der Erwartung, nur daß er dort weiß, er geht in die Verheißung, und daß er hier weiß, er geht in die, soweit der Mensch sehen kann, Aufhebung der Verheißung, und zwar durch seine eigene Tat, die unmenschliche Tat, die er auf Gottes Geheiß tun soll. Aber hier wie dort antwortet Abraham auf die Forderung nicht mit einem Wort, sondern mit einer Handlung, der gleichen hier wie dort: ״und er ging“, heißt es hier wie dort. Und nun tut sich jenes Zeitwort ״sehen“, das uns durch alle Stationen dieses Gottes- und Menschenwegs begleitete, in seiner

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