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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 62

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Erzählung von Abraham
Date
1939-01-01
Page
Seite 62 (sequence 16)
Language
German
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IRI
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62 Martin Büber ,,über ihnen steht“, sie sprechen zu ihm, aber nicht im Plural, sondern im Singular, als wie wenn Gott allein spricht, so verheißen sie ihm für dieses Jahr den Sohn; die Männer, anscheinend zwei von den drei, gehen von dannen, Abraham geleitet sie; Gott, der zurückblieb, spricht zu sich selber, und darauf folgt sein Gespräch mit Abraham. Zwischen dem Selbstgespräch aber und dem Gespräch ist eine Beziehung gestiftet, die die Begegnung von Gott und Mensch zur Entsprechung von Gott und Mensch steigert. Im Selbstgespräch sagt Gott, er wisse, daß Abraham seinen Söhnen gebieten werde, den Weg Gottes zu hüten, und das ist wieder keine Metapher, sondern ״der Weg Gottes“ bedeutet den wirkliehen Weg, den Gott durch die Weltgeschichte geht, und Israel soll, wie immer wieder von der Lehre und den Propheten gefordert wird, auf diesem Weg in seine Fußtapfen treten; als das Wesen dieses Weges bezeichnet Gott hier, ״Bewährung und Gerechtigkeit zu üben“. Im Gespräch aber sagt Abraham das kühnste Menschenwort der Schrift, kühner als irgendein Wort des mit Gott rechtenden Hiob, größer als sie alle, weil es das Wort des Fürbitters ist, der sich in der Absicht seiner Fürbitte auch vor Gott selbst nicht mehr fürchtet, sondern furchtlos seine Person einsetzt; ״Der die ganze Erde richtet, soll der nicht Gerechtigkeit üben!“ Durch die Wiederkehr dieser Wortverbindung — auch sie kommt in dem Buch nur in diesem Abschnitt vor — wird die Entsprechung Gottes und des bewährten Menschen, die Gemeinsamkeit des Wegs, zu ihrem stärksten Ausdruck gebracht. Nun ist der Weg zum Kündertum vollendet, nun kann Abraham von Gott zum Künder erhoben werden. Aber damit ist der Weg der Offenbarungen, der Weg der Erprobüng Und des Segens, der Weg der Beziehung dieses Menschen zu diesem Gott noch nicht vollendet. Auf die Erzählung von der Geburt Isaaks folgt zunächst die von der Fortschickung Ismaels, die um der Aufgabe Israels willen von Gott gebilligt wird: die Trennung von Lot geschah als von einem, der sich mit Sodom ver- Schwägern wird, die Trennung von Ismael als von einem, dessen Hand wider alles sein wird. Nun wird nur noch die Entstehung

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