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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Erzählung von Abraham
Date
1939-01-01
Page
Seite 61 (sequence 15)
Language
German
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IRI
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Zur Erzählung von Abraham 61 diesen Mann ans der Völkerwelt ,,herausgeführt“ habe, weist auf den Anfang des Dekalogs hin, wo Gott dem Volke sagt, er sei es, der es aus dem Innern eines Volkes ,,herausgeführt“ habe. In der Ansage des Exils hieß es, die Ägypter — die nicht mit Namen bezeichnet werden — würden Israel ,,bedrücken“; in dem nun folgenden Abschnitt wird erzählt, wie die ,,ägyptische Magd“ von Sara ,,bedrückt“ wird — dreimal kehrt der in der Umgebung sonst nicht vorkommende Wortstamm wieder, um uns den Zusammenhang zwischen den Vätergeschichten und der Volksgeschichte einzuprägen. Die flüchtende Magd, heimgesandt vom Gottesboten — sie ist der erste Mensch der Schrift, den ein solcher Bote aufsucht —, ruft Gott mit einem neuen, nur hier vorkommenden Namen an: weil sie (man denkt unwillkürlich an Mose, der, als Gott ihm seine Eigenschaften mitteilt, Gott ,,von hinten sieht“) ,,hinter ihm“ hersah, nennt sie ihn den Gott des Sehens. Vierfach kehrt der Wortstamm wieder, der auch zu dem Anfang der nächsten, der fünften Offenbarung, überleitet, wo Gott sich nun zum zweitenmal von Abram ,,sehen läßt“: nun, an der Schwelle des hundertsten Jahrs, gibt er ihm endgültig den Auftrag, als sein Herold vor ihm einherzugehen und darin ganz zu sein, nun gibt er ihm einen neuen Namen, indem er in den alten einen Buchstaben aus der Mitte seines eigenen Namens wirft, nun verheißt er ihm das Umfassendste: daß er zum Vater einer Völkermenge werden soll, was, wie schon früh3 erkannt worden ist, nicht mehr auf Israel, sondern auf die kommende Völkermenschheit geht, die durch Israel werden soll; daß Israel aber der Weg zu ihr ist, das w7ird dadurch ausgesprochen, daß nun das Bundeszeichen verliehen wird, das die Zeugung, das Volkwerden durch die Zeugung, heiligt. Und wieder mit einem ,,Sehenlassen“ beginnt der Bericht der sechsten Offenbarung. Für die Begegnung von Gott und Mensch, wie sie auf dem bisherigen Wege immer stärker hervortrat, erscheint nun das vertraulichste Bild, das der biblischen Erzählung möglich ist: drei Menschen kommen zu Abraham, er sieht hin, sie ,,stehen über ihm“, er lädt sie ins Haus, sie essen an seinem Tisch, während er nun 3 j. Bikkurim I 3.

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