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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur Erzählung von Abraham
Date
1939-01-01
Page
Seite 60 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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60 Martin Bub er ״das ganze Land“ verheißen, das er ganz durchwandern soll, um es mit seinem Fuß für sein Volk in Besitz zu nehmen, wie es Josua in seiner Rede vor dem Landtag zu Sichern, an Abrahams erstem kanaanäischem Wohnsitz, in eben dieser Bedeutung von Gott aussprechen läßt (Jos 243): ,,Ich ließ ihn durchs ganze Land Kanaan gehen“; und in der dritten Offenbarung geht es so ganz und gar um Land, um Erez, daß notwendigerweise auch der Staub der Erez, der Erdenstaub, zum Gleichnis der Volksmehrung wird: nur in Verbindung mit diesem Land wird das Volk seine Aufgabe erfüllen können. Die vierte Offenbarung, die zentrale, wird an die vorhergehende Erzählung von Abrams Feldzug gegen die Könige durch ein Wortspiel verknüpft, durch das Zusammenklingen des Wortes miggen im Schlußteil der Erzählung mit dem Wort magen im Anfangsteil der Offenbarung, — zwei Wörter, die nur das eine Mal im Buch Genesis stehen und das erste von ihnen nur dreimal in der Bibel; die Absicht dieser Verknüpfung geht einem deutlich auf, wenn man daran denkt, daß, wie in der dritten Offenbarung das Sehen der Erde, so in der vierten das Sehen des Himmels den Stoff zum Gleichnis gibt: in der zwischen beiden stehenden Er- Zahlung wird im Spruch Malkizedeks und im Gegenspruch Abrams Gott als der ,,Stifter von Himmel und Erde“ bezeichnet. In dieser mittleren der sieben Offenbarungen wird das ,,Sehen“, das in den drei ersten wiederkehrte, zur prophetischen ,,Schau“ erhöht, wie der ganze Abschnitt im Stile der prophetischen Vision abgefaßt ist. Nun erst wird dem greisen Abram unmittelbar der Erbe verheißen, nun erst im Hindurchgehen der Flamme zwischen den Tierstücken der Bund im Sinnbild angesagt : dazwischen aber steht, und nur hier in der Erzählung von Abraham, ein Ausblick in eine bestimmte Zeit der Volksgeschichte, in das ägyptische Exil, und damit zusammenhängend wird erst hier der Vorgang des Anfangs in seiner vollen Bedeutung kundgetan: nicht erst aus Haran durch den Ruf, sondern schon aus Ur Kasdim hat, ohne daß Abram es wußte, Gott ihn geholt, um ihn ins Land zu bringen, und diese Heransholung wird als der Vorläufer der Herausholung Israels aus dem ägyptischen Exil deutlich: das Wort Gottes, er sei es, der

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