Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Zur Erzählung von Abraham
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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- OCR quality
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Zur Erzählung von Abraham 59 Abrahams für Sodom in der sechsten Offenbarung und die Erzählung von seinem Aufenthalt bei Abimelech zwei verschiedenen Quellen- Schriften zu; aber eben die Fürbitte motiviert, daß Gott nun von Abraham sagt: ״Er ist ein Künder, er wird für dich einstehen“: durch die kühne Fürbitte ist er in Gottes Sinn zum Künder aufgestiegen, der, wie zwischen Oben und Unten, so auch zwischen Unten und Oben mitteilt; Gott hat gleichsam erkannt: ״Ja, der Mann ist ein Prophet geworden“, und er spricht es nun aus. Das ist keine nachträgliche Auslegung, das ist der Urmidrasch der biblisehen Komposition. Der große prophetische Kompositor will sagen, so, durch das Erbarmen eines Menschen und sein unerschrockenes Eintreten dem Gott gegenüber für den Gegenstand seines Erbarmens sei die Prophetie entstanden; und er sagt es, indem er aus der Überlieferung vom Urvater den geeigneten Stoff auswählt und ihn in der geeigneten Weise anordnet. Warum aber konnte er das 1 Weil die Überlieferung selber es so darbot, daß man es aus ihr durch Auswahl und Anordnung herausholen konnte. Die sieben Offenbarungen sind sieben Stationen eines Menschenwegs vom Beginn der gegenseitigen Beziehung zwischen diesem Menschen und Gott bis zu ihrer Vollendung. In der ersten (12^3) schickt Gott diesen Menschen aus dem Haus in das Land, das er ihn ״sehen lassen“ wird, als in seine Aufgabe, er verheißt ihm, daß ein Volk aus ihm werden soll, und segnet ihn auf den Weg. Die zweite (12 7) geschieht schon in dem neuen Land, schon nachdem Abram darin gewandert ist; nun erst, wie er ihm nun erst das Land verspricht, das er ihm zeigt (״dieses Land“), gibt Gott ihm auch sich selbst zu ״sehen“, — als dem ersten Menschen in der Schrift; auch dies erläutert die Schrift selber, wenn sie Gott dem Mose die Bitte, ihn seine Glorie sehen zu lassen, dadurch erfüllen läßt, daß er vor ihm die göttlichen Eigenschaften ausruft, die unmittelbar das Handeln des Menschen betreffen. Die dritte Offenbarung geschieht, nachdem Abraham sich von Lot getrennt hat, so daß nunmehr keine andere Tendenz im Verhältnis zu den Völkern die seine stört; wieder wird vom Sehen gesprochen, und z־war nun vom Sehen des ganzen Landes, denn nun erst wird Abraham