Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Spruch-Verse über Sebulon
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 28)
- Language
- German
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36 Eugen Israel Täubler überhaupt ein jährliches Opferfest von diesen beiden Stämmen berichtet wird, und, wie wir aus seiner Hervorhebung schließen müssen, nur bei ihnen vorhanden gewesen ist. Es ist nicht die Verbundenheit bei diesem Feste, sondern das Fest als solches, das hier so stark als die beide Stämme charakterisierende Be- Sonderheit hervorgehoben wird. Darauf muß unser Augenmerk gerichtet sein. Abgesehen von der Teilnahme Sebulons am Kampfe gegen Jabin und beider Stämme am Kampfe gegen Sisera ist nichts bekannt, was durch Tat oder Geltung diese Besonderheit verständlich machen könnte. Sie scheint mir historisch und geographisch begründet zu sein: das Fest auf dem Tabor ist nicht von den beiden Stämmen geschaffen, sondern aus älterem Brauch übernommen worden, und die Gemeinschaft beruht darauf, daß die beiden Stämme, wie wir bereits sahen (Anm. 44), an den Berg grenzten bzw. sich in seinen Besitz teilten. Das Zeugnis für älteren und vielleicht speziell mit dem Kriegswesen zusammenhängenden Kult ist Ri 818ff. vorhanden. Gideon fragt die gefangenen Könige der Midjaniter, Sebach und Zalmuna, איבה האבלים א^ר הרגתם בתבור. Man hat es mit Recht auffallend gefunden, daß Angehörige Gideons, der seinen Sitz in Ophra in Manasse hatte, auf dem Tabor getötet wurden. Es ist nicht nur die Entfernung als solche, die den Zweifel hervorrufen mußte, sondern auch die Tatsache, daß es auf dem Berge geschehen sein soll72. Man sah keinen anderen Ausweg als den, entweder ein תבור bei Ophra anzunehmen oder das Wort durch Konjektur aus dem Text zu bringen — indem man der Schwierigkeit auswich, anstatt sie zu lösen. Der leitende Gedanke war, daß der Überfall in der Nähe von Ophra geschehen sein müsse. Das führte Moore73 zu dem Hügel טבור bei Sichern (Ri 937), Budde zu תבץ (Ri 950), und Greßmann sah sich auch hier veranlaßt, den Ortsnamen aus dem Text zu bringen, indem er aus der Antwort כו־נאר בגי המלןד folgerte, daß die Frage gelautet 72 Kautzsch-Kittel (in der Bibelübersetzung) ,,am Tabor“, dagegen Budde: ״sprachlich gewagt“, und die Schwierigkeit, die in der Entfernung liegt, bliebe bestehen. 73 Book of Judges in Haupts Sacred Books . . .