Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Spruch-Verse über Sebulon
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 14)
- Language
- German
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22 Eugen Israel Täübler Charakteristik des Stammes als Zeltbewohners liegt. Der Ausdruck ist nicht wörtlich zu verstehen32, er ist archaisch33 und aus poetisehen Gründen gewählt, aber in der Gegenüberstellung ist er prägnant gemeint: der Gegensatz ist nicht das Wohnen in Hausern, die Wohnweise ist in Issachar und Sebulon die gleiche; aber Sebulon geht auf See und Issachar bleibt dort, wo er zeltet, d. h. in den ursprünglich an das Zelt gebundenen Lebens Verhältnissen. Die Zufriedenheit mit ihren Losen (ע1מח) muß sich auf ihre wirtsehaftlichen Verhältnisse beziehen, und die wirtschaftliche Verbundenheit, die durch die Verbindung im Verse wie durch die Deutung seines Namens bezeugt ist, muß darin bestanden haben, daß Issachar den Seehandel zu Lande weiterleitete. An einen Dienst im Sinne der Abhängigkeit wird man bei der Gleichstellung beider Stämme im Spruch und bei der Feier auf dem Berge nicht denken können, andererseits wird der zum mindesten in der Zeit der, Jaqobsprüehe noch den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende Inhalt des Namens ebensowenig an eine dem Seehandel Sebulons gleichkommende Handelstätigkeit denken lassen; die Voraussetzungen passen wohl am besten auf Durchführung und Geleit von Karawanen, gegen Lohn, auf den Straßen, die durch das Gebiet von Issachar nach Osten auf Beth-Schean zu und über En-Gannim auf die Kammstraße des Gebirges Ephraim führten34. Es ist also nicht nur die besondere Verbundenheit durch die Geburtsfolge35, die den Verfasser der Mosesprüche die beiden 32 Wie in י^נ אהל als Bezeichnung nomadischer Hirten Gen 4 20; 2527; B,i8n; Jer 357. 35 Vgl. die Beispiele bei E. Meyer a. a. 0. S. 223 f. und 538, vor allem אי׳2* לאהליי II Sa 20! und לאהלייךז ף2*ךאל I K 1216. 34 Dies ergibt sich auch aus dem Jaqobspruch über Issachar (Gen 49!4f.), der in ganz unzulässiger Weise auf Frondienste für kanaanäische Städte gedeutet wird (auch von E. Meyer a. a. 0. S. 536). Es ist nur von freiwilligen Diensten gesprochen und vom Tragen von Lasten. Die irrige Auffassung beruht hauptsächlich auf מם־־ עבד, das aber hier nur etymologische Bedeutung hat, ©s erklärt א^גז ע1כר. — Es ist mir nicht möglich, den Spruch über Issachar hier in die Untersuchung einzubeziehen, ich muß mich mit diesen Andeutungen begnügen. 35 Gen 3017ff.