Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Die Spruch-Verse über Sebulon
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
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12 Eugen Israel Täubler Es liegt ein Satz vor, der sich in drei Versteile gliedert. Die Überlieferung und die Bedeutung der Worte schienen im ganzen gegeben zu sein, ebenso der innere Zusammenhang, man schwankte nur in Kleinigkeiten, die bedeutungslos erschienen, Überblicke über die frühere Auffassung der ganzen Spruchreihe gaben E. Reuß, Geschichte der Heiligen Schriften des Alten Testaments 21890, S. 213f., und A. Dillmann, S. 452—456. Im Anschluß an Frühere übersetzte Dillmann: ״Zebulun — nach dem Gestade des Meeres hin läßt er sich nieder, er selbst nach dem Gestade der Schiffe hin, und seine Hinterseite auf (oder: gegen) Sidon hin.“ Dazu die Erklärung: ,,Er ist verglichen mit einem hingelagerten Menschen oder Tier, dessen Gesicht gegen das schiffbare Ufer, dessen Hinterseite gegen Sidon, d. h. hier doch wohl Phönizien, gerichtet ist2.“ Ein Wandel — aber nicht zum Besseren — trat ein, als Ball die Authentie des Textes zu bezweifeln begann. In der überlieferten Form sah er im zweiten Versglied nur eine Wiederholung des ersten und überdies in חוף אג*ת eine ungewöhnliche Verbindung. Er dachte an והיה חובל אנ*ת ,,und wurde Matrose der Schiffe“, sah sich aber durch Ri 517 veranlaßt, לחוף durch גור; zu ersetzen. Nachdem so über die bloße geographische Linie hinausgegangen war, wurde es leichter, das nicht leicht verständliche dritte Versglied als Randglosse zu entfernen3. Ihm folgte Gunkel, indem er aber חובל vor גור; den Vorzug gab, weil er in dem zweiten חוף einen ,,Verstoß gegen den Stil hebräischer Poesie“ sah4. Die Streichung des dritten Satzgliedes begründete er damit, daß es ,,als Zweier aus dem Rhythmus und durch seine Prosa aus dem Stil“ falle5 6. Aber bald darauf wählte 2 Skiliner: almosfc grotesque. z A marginal gloss, specifying Zebulnn’8 point of contact with the sea-hord. 4 Ich registriere, daß A. B. Ehrlich, Randglossen zur hebräischen Bibel I, 1908 ״;חוףer reibt sich“ lesen wollte und Procksch zwar in der Übersetzung 8. 263 den Text beibehielt, aber in den Bemerkungen S. 264. 271 ״ חלף אנ*תgleitet vorüber auf Schiffen“ vorschlug. 6 So auch E. Sievers, Metrische Studien II (Abhandl. d. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften, phil.-hist. Kl. XXIIJ, 1905), S. 362.