Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 51

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
Zu Meiris Psalmenkommentar
Date
1938-01-01
Page
Seite 51 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2830031-2830033-2850666--55149-2850735
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zu Meiris Psalmenkommentar 51 genannter Methode. Erklärungen dieser Art werden wir schwerlich bei Redak finden. Meiri sagt z. B. zu Ps 58: ואיפשר לרמז בענין אבוא ביתך השגתו בחכמה העליונה הנמשלת לבית כדכתי׳ אחד ובנית ביתך וכן ירויון מדשן ביתך, während Redak: ופי׳ ביתך והיכל קדשך הוא הבית שהיה בו הארון. So wird auch Ps 30115 12,!3 philosophisch erklärt, auch hier anders als bei Redak; auch an die Erklärung von Ps 19 und besonders an die von Yers 9 und 10 knüpft Meiri eine religionsphilosophische Abhandlung an. 6. Die Ausgabe dieses Psalmenkommentars ist leider in mancher Hin« sicht sehr unbefriedigend. Die Bearbeitung des Textes ist nicht immer glücklich. Ps 107 ist überliefert: אלה פיהו מלא כלומ׳ מרמה העולם ומשגה לאחרים שהוא יעשה כך והוא מלא בי^בו מרכות ותוך. Der Bearbeiter ändert nun לאחרים in לאחר, während er in den Verbesserungen am Ende des Buches folgende Lesart vorzieht:ומשגה לאחרים שהם יעשו. Beide Veränderungen sind schwer ver« ständlich. Ohne Zweifel ist der ursprüngliche Text der richtige. Meiri meint nämlich, der Sinn des אלה פיהו מלא sei, daß der schlechte Mensch seine Mitmenschen betrügt und sie glauben läßt, daß er diesem oder jenem Versprechen nachkommen wird, ohne es in Wirklichkeit zu halten. Auch sind wichtige Parallelen aus anderen Werken Meiris, die wärt« lieh mit Stellen unseres Kommentars übereinstimmen, gar nicht verwendet worden, während doch gerade hierdurch zahlreiche verstümmelte Stellen deutlich werden13. Nicht einmal dort, wo Meiri selbst auf die entsprechenden Stellen hinweist, wurde davon Gebrauch gemacht, z. B. Ps 19. Hier gibt Meiri in Vers 8 und 9, wie bereits oben erwähnt, eine ausführliche, philo« sophische Abhandlung, und zwar, wie er selbst dabei bemerkt, eine ähn״ liehe, wie sie auch in der Einleitung zu seinem Talmudkommentar Beth Habechira14 von ihm gegeben wird. Der Bearbeiter hat diese Parallelstelle 13 Die Stellen, bei denen durch einen Vergleich mit Redak ein besserer Text herzustellen wäre, werden hier nicht mehr angeführt, da inzwischen J. Fries״Horeb (s. o. No. 10), S. 16 ff. hierfür genügende Beispiele ge« bracht hat. 14 Neubauer (Les Rabbins fran^ais, S. 541) hat diese Einleitung mit Meiris großer Einleitung zu Aboth verwechselt und nach ihm Gross (Gallia Judaica, S. 461). Neubauer kannte jedoch die bereits oben genannte Aus״ gäbe Livorno, welche diese Einleitung enthält, wie er selbst erwähnt, nicht aus Autopsie. (Den in dieser Ausgabe nicht berücksichtigten Teil dieser Einleitung hat Schreiber in seiner Ausgabe von Meiris Kommentar zu Taanith zum Abdruck gebracht.) Sein Urteil über den Wert dieser Ein״ leitung mußte er vollkommen auf die Beschreibung von Fürst basieren (Bibi. Jud. II 345), der folgendes darüber mitteilt: ״Commentar zu den talmudischen Traktaten: Nedarim, Nasir und Sota. Mit Zusammenstellung der halachischen Dezisionen nach jedem Abschnitte. Mit einer Ein״ leitung, welche Bibelverse und Haggadas erklär t“. Nach

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.