Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Gilead-Vertrag
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 18)
- Language
- German
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Der Gilead״ Vertrag 39 Damit hängt auch die eingangs erwähnte Frage zusammen, ob im Vertrag von Gilead die Grenze zwischen Israel und Aram festgelegt wird. Die alten jüdischen Erklärer135 haben sich dafür entschieden, ebenso die meisten Anhänger der kritischen Schule136; hingegen bestreitet es Jacob137 nach dem Vorgang Kittels138. Ein solcher Vertrag über ein Gebiet, das von Labans Wohnsitz 7 Tagereisen entfernt war139 und von Jakobs Heimat völlig getrennt lag, hatte aber nur einen Sinn, wenn er nicht nur für die Person der beiden abgeschlossen war. Deutlich handeln beide als Häupter140 der Sippen und man darf nicht übersehen, daß neben Jakob (wie neben Laban) seine Brüder stehen, die man trotz mancher Parallelen141 nicht auf Laban und die Seinigen beziehen darf142, sondern auf die Angehörigen143 und das Gefolge Jakobs beziehen muß144. Man darf gegen diese Völker- Subbiluliumas mit Mattiisaza Vs. 15 f., 33 (Weidner I 22, 26), wohl auch die Grenze des Gebiets des Aziru von Amurru gegen Nuhasse von Tette (Biiabel 145), ebenso in Griechenland sowohl beim Friedensvt. (Syll3 588) als auch beim Schiedsverfahren (Syll3 421 B). 135 Ber. R. 74, 15; Behai (Venedig 1544) 44c. 136 Z. B. Dillmann 336, Wellhausen Prolegomena 344, Gunkel bei Greß״ mann, Die Schriften des AT IIS. 226, Hdk. 351 f., Meyer, Die Israeliten und ihre Nachbarstämme 244, Böhl 45; auch König 604. 137 629. 138 l5 267, wo jedoch zugegeben wird, daß Gilead seit alters die Grenze von Israel und Aram bildete. 139 Gen 3123. 140 Cybichowski 21. Nomadensippen mögen ja wohl so weite Gebiete durchstreifen. 141 Die Anrede und Bezeichnung ״Bruder“ zwischen ebenbürtigen Fürsten z. B. Amarna 1-4, 6, 7, 16, 17, 19—22, 27, 30, 33, 35, 39, 42, R. H. Pfeiffer, Stateletters of Assyria Nr. 61, OGIS 257; Forrer I 103, 146, 249 f., Sommer 65 f., 213, 254; Rhodokanakis in Nielsens Handbuch der altarabischen Altertumskunde I 111, Hommel ib. 69; ähnlich Amarna 89, 92, 137 (?), 197, 245. Über Verbrüderung von Vt.-Partnern, bzw. deren Nachkommen vgl. o. S. 27 und Anm. 32; Roeder 38 f.; entsprechend ״zu guten Brüdern werden“: Friedrich AO 24, vgl. Forrer I 244; das Gegenteil Forrer I 247. 142 Jacob 626, entsprechend RMbN; ähnlich auch Delitzsch, Commentar über die Genesis3 477. 143 Wenn auch vielleicht nicht auf seine Söhne (so Ber. R. 74, 13, Targum J, danach RSJ) oder wenigstens nicht nur auf sie; ganz anders Sellin, Geschichte des israelitisch-jüdischen Volkes I 32. So schon RDQ, der immerhin auch die andere Auslegung erwägt.