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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 38

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
Der Gilead-Vertrag
Date
1938-01-01
Page
Seite 38 (sequence 17)
Language
German
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38 Bruno Finkeischerer Grenzstrertigkeiten127 handelt128, ein Umstand, der freilich die Quelle immer neuer Grenzstreitigkeiten bildete129. So fehlt eine genaue Grenzangabe nicht nur, wo es beim status quo130 bleiben soll — und als feierliche Bekräftigung einer bisher schon ungefähr feststehenden Grenze können wir vielleicht den Gileadvertrag auffassen —, vielmehr wird auch die Abtretung des eroberten Gebietes oft nicht erst ausdrücklich im Vertrag erwähnt131; denn was erobert ist, ist damit schon von selbst in den Besitz des Gegners übergegangen132. Wird im Vertrag zwischen Rom und einem besiegten Staat trotzdem eine Grenze angegeben, so ist es folgerichtig nicht die Grenze des abgetretenen Gebietes, sondern die des dem Besiegten noch verbleibenden Landes133; doch darf diese Regel schwerlieh verallgemeinert werden134. Ionischen Friedens vertragen (Scala 2, 4, 10, 11, 15), z. B. Scala 12;■ im Bündnis zwischen Ätolern und Akarnanen Syll3 421 A, vgl. Sch wahn 1113; bei einem Verkauf OGIS 225. 127 Sie waren im Altertum sehr häufig, wir begegnen ihnen schon bei den Sumerern (Pinches 1. c.); für das Hethiterreich vgl. Friedrich AO 19, für Griechenland Raeder, L’arbitrage international chez les Hellenes, ins״ besondere Nr. 6, 27, 33—36, 39, 41, 42, 50, 51, 66, 74, sowie 14, Tod, Journal . . . Victoria Institute 44 S. 275 ff., Phillipson II 143, Syll3 471, 546 A und Br 599, 614, 665, 679, 688, OGIS 13, 502; Täubler Imp. 122; für die römische Zeit z. B. Phillipson II 162 f.!28 Syll3 47!y 546 A, B (vgl. Raeder 50), 685, 826 E, 827 G—E, OGIS 335. 129 Ungenaue Angaben im Vt. benützte Rom gelegentlich zu nach״ träglichen Grenz Veränderungen, die dem ursprünglichen Sinn des Vt. nicht entsprachen. 130 Bilabel 159; Scala 79 (dazu Phillipson I 407). Vielleicht ist ähnlich auch Weidner I 86 Rs. 11 f. aufzufassen? 131 Besonders merkwürdig ist der Fall aus byzantinischer Zeit bei Güterbock, Byzanz und Persien in ihren diplomatisch״völkerrechtlichen Be״ Ziehungen S. 66. Doch kam auch Abtretung im Vt. öfters vor: Bender 72; vielleicht auch Thuk. I 1151 und Scala 134, wenn es sich hier wirklich um Vertragsbestimmungen handelt. Erwähnt werden muß aber natürlich die Abtretung noch nicht eroberten Gebietes, z. B. im Vt. von 241 (vgl. Phillipson I 383 f.); häufiger finden wir ausdrückliche Abtretung im Waffen״ Stillstand und im Präliminar vt. (Täubler Imp. 32, 38, vgl. 201). 132 Phillipson II 236 f., Täubler Imp. 72, Bickermann Hermes 67 (1932) 51. 133 Täubler Imp. 72. Genannt werden aber die Grenzen des Gebietes, aus dem die Besatzungen zurückgezogen werden sollen: ib. Anm. 3. 134 So finden wir die Grenze auch des abgetretenen Gebiets im Vt.

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