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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
Der Gilead-Vertrag
Date
1938-01-01
Page
Seite 36 (sequence 15)
Language
German
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36 Bruno Finkeischerer Woher mag diese auffallende Übereinstimmung zwischen diesen Verträgen aus dem Westen des Mittelmeers und dem Gileadvertrag kommen? Die Form dieser Verträge ist jedenfalls nicht römisch105. Für die alten Verträge mit Karthago wird man ruhig karthagisches Schema annehmen dürfen106; für die jüngeren Verträge sucht Täubler107 griechische Urkundenform nachzuweisen100. Daß die Griechen in ihren Verträgen stark vom Orient beeinflußt waren, wo anscheinend das hethitische Vertragsschema weitgehend befolgt wurde109, ist mindestens wahrscheinlich110. Auf welchem Wege die Griechen orientalische Vertragsformen kennen lernten, können wir nicht mehr feststellen. Schwalm* * 111 denkt als Mittler an die Lyder, deren vertragliche Verbindung mit Kolophon ja belegt ist112. Sicher bestanden Beziehungen zu Ägypten. Wenn man auch in dem Partner eines der erhaltenen hethitisdien Verträge113 eine Gestalt aus der griechischen Heldensage hat erkennen wollen114, so scheidet direkte Übernahme von den Hethitern doch aus, zumal sich Griechen im hethitischen Bereich bislang nicht nachweisen lassen115 und zudem die Kontinuität zwischen Achäern und späteren Griechen fraglich wäre. Für den Ebro vertrag hat Täubler116 karthagische Vertragsform Livius und Zonaras in den Vordergrund stellt; vgl. dagegen Oertel 222 f., 228). 105 Anders Heuß 16. 106 Täubler Imp. 78, 263. 107 Imp. 78, 430—434; 422, wo zugleich der Unterschied zwischen römischem und griechischem Vertragswesen aufgezeigt wird. Umgekehrt sieht Heuß 8 in den Karthagerverträgen das Vorbild für den Vt. mit Tarent — ist denn aber hier Roms Wille maßgebend? 108 Die für den Vt. mit den Ätolern auch Heuß 39 annimmt. Hier kommt natürlich vor allem Tarent in Frage. Täubler Imp. 90 vermutet auch das Vorbild Massilias für die Urkundenform des nicht erhaltenen Vt. Roms mit dieser Stadt. 109 Schwahn 1108. 110 Schwahn 1107—1109. Zur Frage der Übernahme überhaupt s. o. S. 22. 111 1109. 112 Scala 24. 113 Mit Alaksandu von Wilusa (Friedrich II 42 f.). 114 Kretschmer, Glotta 13 (1924) 205 f., dagegen Sommer, Ahhijaväfrage und! Sprachwissenschaft =: Abh. d. Bayer. Akad. d. W. phil.^hist. Abt. NF 9. 1934. 115 Sommer, Die Ahhijavä«Urkunden; Montgommery JAOS 55 (1935) 92; gegen Forrer MDOG 63, Forschungen I, 2, auch Bilabel 162, 237, 399, vgl. 160, 279 f. und Hrozny■ Archiv orientalm IV (1932) 169 f.; vgl. immerhin Schachermeyr MAOG IX 1. 116 Vorgeschichte 61.

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