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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
Neue Wege der Bibelwissenschaft
Date
1938-01-01
Page
Seite 20 (sequence 20)
Language
German
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20 Efraim Urbach exilisch-nachexilische Leben gewinnen“ (S. 109). Das ist ein Operieren mit lauter Unbekannten. Die klassische Philologie hat viele früher für korrupt erklärte Stellen durch eingehende lexikalische Studien und das erweiterte Verständnis für die Eigenart der Sprache als echt erwiesen. Bei biblischen Texten wird aber noch immer emendiert, ohne zuerst die gehörige Mühe für die Interpretation aufzubringen. Die Erforschung des Wortschatzes der Bibel ist aber noch nicht so weit fortgeschritten, daß man die Unklarheit gewisser Wörter aus der Unkorrektheit des Textes, statt aus unserer Unkenntnis der Sprache, erklären müßte28, Die alte philologische Regel ״wenn man eine Stelle nicht versteht, so soll man zunächst sich selbst und nicht dem Texte mißtrauen“ scheint überhaupt in Vergessenheit geraten zu sein. Dabei bekennt ein ausgezeichneter Kenner der Bibel- Wissenschaft, Johannes Hempel, ״daß die Alttestamentler nicht mehr die Sprachwissenschaft selbst in stärkerer Weise gestalten, sie sind aus führenden Forschern auf dem philologischen Gebiete .... zu dankbaren Schülern der Orientalisten geworden“27. Aber gerade auf dem Gebiete der Grammatik und der Syntax, wie in den Fragen nach Spuren zeitlich und regional verschiedener Schichten des Hebräischen, gibt es von der vergleichenden Grammatik der semitischen Sprache viel zu lernen. N. übertreibt nicht, wenn er sagt: ״in Brockelmanns Grundriß der vergleichenden Grammatik der semitischen Sprachen steht mehr Material zum Verständnis der hebräischen Sprache als in hundert Kommentaren“ (S. 16). Die Aufgabe der Forschung ist, den Text sprachlich wie sachlich zu verstehen. Dazu gehört ein unermüdliches Studium der Sprache und der Dinge. Nur mit diesen Erkenntnissen ausgerüstet, darf der Forscher an die Benutzung der Hss. und Übersetzungen herangehen; er muß überdies die Hss. nach ihrem inneren Wert und nicht nach ihrer Zahl einschätzen, 26 Die von Köhler ZAW 1937 erklärten hehr. Vokabeln zeigen, daß dies auch bei verhältnismäßig häufigen Wörtern der Ball ist. Über verloren« gegangene Bed. hebr. Wurzeln vgl. yellinr Forgotten meanings of Hebrew roots in the Bible, Israel Abrahams memorial Volume 1927, 444—458 und in Leschonenu I, 1 ff. 27 ZAW 1935, 299.

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