Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1938-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
82 (1938)
Issue
Heft 1
Article
Neue Wege der Bibelwissenschaft
Date
1938-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2830031-2830033-2850664--55107-2850697
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Neue Wege der Bibelwissenschaft 13 (Das Fehlen des Prophetismus hängt mit dem Fehlen des Volkes zusammen und kann daher nicht mit K. als Merkmal des religiösen Standortes der Gen angeführt werden.) In der traditionellen Anordnung der Tora spiegelt sich daher ihr Werdegang. In einzelnen Sammlungen existierte die Tora schon zu Anfang des ersten Tempels; die folgende Zeit ist die Geschichte ihrer literarischen Formung und Vereinigung zu einem einheitlichen Buche, das vom ganzen Volke als verbindlieh und heilig anerkannt wurde. Der erste Schritt dazu war die Reform des Josia, die durch die Auffindung eines ״Buches der Tora“ bewirkt wurde. Erst das ״Buch der Tora“ des Ezra umschloß alle drei Gesetzessammlungen, die mit den Erzählungen verknüpft wurden. Die Ordner des Buches haben an den ihnen zur Verfügung stehenden Quellen nichts geändert. Die auf sie überkommenen, in älterer Zeit abgeschlossenen Gesetzessammlungen wurden dem Buche einverleibt, ohne in ihnen Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen, trotzdem sie sich gegenseitig widersprachen und vieles in ihnen nicht den Anschauungen der Redaktoren entsprach. Gewiß wurde dabei eine Auswahl getroffen und nicht alle vorhandenen Sammlungen berücksichtigt. So stellen die im Buche Ezechiel sich findenden Vorschriften eine zweite Version zu einem Teil von P. dar. K. hat in seiner Untersuchung bestätigt gefunden, daß die Tora-Literatur die älteste, vorprophetische Schicht der Bibel bildet. Es bleiben allerdings noch eine Reihe von Fragen offen. So ist er zu wenig den Spuren der Wirkung der vorhandenen Tora-Literatur in den historischen Büchern und bei den Propheten10 nachgegangen. So zeigt Richter Kap. 13 eine größere Verwandtschaft mit dem Sprachgebrauch der Genesis (zu V. 3 vgl. Gen 1611, zu 8 Gen 2621, zu 10 Gen 2428, zu 18 Gen 3330). In der Anschauung über den Verkehr von Gott und Mensch17 steht es Gen Kap. 3230-31 nahe, vertritt insofern aber eine jüngere Stufe als hier von 16 Für Jesaja ist eine neuerliche Untersuchung der Parallelismen von Zeidel in der Festschrift für David Yellin, Jerusalem, 1935, S. 2 und im Jahrbuch ״Aluma“ 1936 S. 114 ff. in Fortführung der Arbeiten von Kaminka in Hatekufa XXII 270 f. und seinem Buche Le Prophete Isaie 1925 unternommen worden. Vgl. auch den aufschlußreichen Aufsatz von Cassuto über Hosea und die Bücher der Tora in der Chajes-Festschrift, hebr. Teil S. 262 ff. 17 Vgl. J. Hempei, Gott und Mensch 1926.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.