Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Wege der Bibelwissenschaft
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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12 Efraim Urbach Aron im P. der entscheidende Mann, er ist vielmehr ganz von Mose abhängig und schuldet ihm Rechenschaft sogar über Tempelangelegenheiten (Lev 10!G). Neben den Priestern gibt es Fürsten und Stammeshäuptlinge, die Eda ist keine Synagogengemeinde, sondern ein Heereslager, das, wenn nötig, sogar seine kriegerische Tüchtigkeit unter Beweis stellt. Dem Hohen Priester kommen nur gewisse Rechte und Pflichten im Kultus zu. Soweit ist K. im Recht; er scheint mir aber zu weit zu gehen, wenn er sagt, daß P. eine positive Einstellung dem Königtum gegenüber aufweist. Diese Auffassung beruht auf einer irrtümlichen Gleichsetzung von König und Propheten-Richter. Die Theokratie bestand nicht im alten Israel im Sinne einer Priesterherrschaft, sondern als unmittelbare Gottesherrschaft13. Gerade in der Nichterwähnung des Königtums im P. im Gegensatz zu D., wo ähnlich wie Sam 7 eine Kompromißlösung — der Übergang der unmittelbaren Theokratie in eine mittelbare — vorliegt14, sehe ich einen Beweis für das höhere Alter vom P. Der historische Hintergrund des Buches, die vielen Archaismen — welche Wellhausen allerdings für künstlich hält — weisen auf die Zeit vor der Teilung des Reiches. In P. findet sich keine Spur der politischen Ideale der Propheten. Die Erwähnung der Galuth (Lev 2623) besagt wenig, weil es sich dabei um eine visionäre Drohung handelt, wie sie uns auch bei den vorexilischen Propheten begegnet. Einen besonderen Ort innerhalb des Pentateuchs räumt K. der Genesis ein, die eine Reihe von Vorstellungen auf zuweisen hat, die P. ganz fremd sind. Der Verkehr Gottes mit den Menschen, die familiären Zustände (Abraham heiratet seine Halbschwester, Tamar geht mit ihrem Schwiegervater eine Art Leviratsehe ein) geben dem Buche seine Eigenart15. 13 Vgl Buber, Königtum Gottes I. 14 Vgl. meinen Aufsatz über die Staatsauffassung des Don Isaak Abar* banel: MGWJ, 1937, S. 267. 15 Das hohe Älter der Patriarchenerzählungen wird auch durch die Ugarittexte, die zu ihrem Schauplatz die ältesten Wohnsitze der Phönizier im Süden Pal.s haben, bestätigt. Vgl. Dussaud S. 54, 101 und besonders S. 113, wo er vom K. XV der Gen sagt: ״... q’il remonte ä une antiquite beaucoup plus reculee.“