Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Wege der Bibelwissenschaft
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
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10 Efraim Urbach sie mit dem Gedanken der Zentralisation nichts zu tun haben. Viele kultische Vorschriften des Dt., die ausgezeichnet zum priesterlichen Charakter von P. passen würden, sind in ihm unberücksichtigt gelassen worden. Die Gesetzesordnungen in der Tora sind daher drei selbständige Sammlungen der altisraelitischen Rechtsliteratur, die wohl auf eine gemeinsame Wurzel zurückgehen — in allen sind die religiösen, ethischen und rechtlichen Elemente zu einer organischen Einheit zusammengefaßt worden, wie sie uns außerhalb Israels nicht begegnet —, aber unabhängig von einander gewachsen sind. So erklärt sich die Tatsache, daß einzelne Bestimmungen im Dt. und P. keine Parallelen in EJ., dafür aber in den baby- Ionischen und chetitischen Gesetzesbüchern finden. In den drei großen Sammlungen lassen sich leicht ältere literarische Einheiten auf decken; man denke an den Dekalog, das große (2023-2333) und das kleine Bundesbuch (3410_2G); aber selbst im großen Bundesbuch sind noch Spuren älterer Sammlungen zu finden, deren Fragmente vereint wurden (wie soll man sonst die Wiederholung von 2220 und 239 erklären?). Ähnlich steht es auch mit P. und selbst mit D., dem verhältnismäßig einheitlichsten Buche der Tora11. Trotz dieses kompilatorischen Charakters bilden doch die drei Sammlungen insofern geschlossene Einheiten, als sie gegen einander sehr deutlich abgegrenzt sind. Dieser Umstand bleibt aber unerklärt bei der üblichen Annahme von Umarbeitungen, Zusätzen und Noveilen zu den einzelnen Werken. K. unterscheidet die Zeit der literarischen Formung des vorhandenen Stoffes von der seiner Entstehung. Der Beginn der Sammlung des Stoffes für das Buch der Tora bedeutete gleichzeitig den Abschluß der Entstehung der einzelnen Sammlungen. Die Epoche des Werdens der ״Tora-Literatur“ ging der der Entstehung des Buches voraus, und dem Abschlüsse der Tora der Abschluß 11 Dabei ist K. varsichtig genug, um nicht aus formalen oder sprachliehen Unterschieden allein allzu schnelle Schlüsse zu ziehen, wie z. R. Jirku, Das weltliche Recht, 1927, Alt, Die Ursprünge des israelitischen Rechts, 1934, oder gar wie Morgenstern, der in EJ. die Bundesbücher der Reformen des Asa und des Elischa-Jehu wiederzufinden glaubt, HUCA, 1927 1 ff. 1928, Iff. 1930. 19 ff. 1932, Iff.