Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Wege der Bibelwissenschaft
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 Efraim Urbach Der Kampf richtete sich daher in der Hauptsache gegen die Ursachen; das ist auch die Auffassung Hoseas (ygl. die ersten drei Kapitel, 78 und 9!) und Jeremias (3G? 70). Die ethischen und moralischen Vergehen galten gleichzeitig als religiöse Vergehen (Arnos 27). Der Primat des Ethischen dem Kultischen gegenüber wird deutlich I Sam 1522_23 in der allgemeinen Weis- ^eitslehre ausgesprochen: ״Horen ist besser als Schlachtopfer, Gehorchen als Fett der Widder4. Dieser Vers besagt das gleiche wie ״denn Hessed will ich und keine Opfer44 (Hos 66), wenn man nicht die Worte pressen will. Aber auch in der Tora wird niemals die Ansicht vertreten, daß durch Opfer ein ethisches und moralisches Vergehen gesühnt werden kann; die Wiedergutmachung ist eine unerläßliche Vorbedingung (gegen K. S. 34). Bei den Reformen der judäischen Könige hat sicherlich das soziale Moment eine viel größere Rolle gespielt, als K. zugeben will. Der Chronist erzählt II194 von einer Reform des Gerichtswesens unter Jehoschafat. Daß Josia Recht und Sedaqa tat, den Armen und Elenden Recht verschaffte, bezeugt Jeremia (2215). Also auch in dieser Beziehung blieben die prophetischen Reden nicht ganz ohne Wirkung. Gewiß ist die Reaktion der Propheten auf die Miß stände sozialer und moralischer— aber auch religiöser — Art eine andere als in den historischen Büchern. Sie standen den Ereignissen direkt gegenüber und gaben ihrem leidenschaftlichen Pathos Ausdruck, während wir es bei den Verfassern der historischen Bücher mit rückschauenden Historikern zu tun haben. Der Gegensatz, den K. zwischen der Eschatologie der ״Tora-Gruppe44 und der Propheten finden will, besteht nicht, weil in Gesetzesteilen der Tora, an die er vor allem denkt, vom ״Aharit hajamim44 keine Rede ist. Lev 233_!3 ist genau so wenig eschatologisch gemeint wie die Fortsetzung V. 14-16. Die Tora verkündet Lohn und Strafe für Befolgung der Gebote und Abweichung vom rechten Wege, entwirft aber kein phantasievolles Bild einer fernen Zukunft. Das Gebet des Salomo dagegen setzt trotz der Unterschiede eine Bekannt- Schaft mit der Eschatologie der Propheten voraus, zwar nicht in der scharfen Formulierung eines Deuterojesaja; diese ist aber auch nach dem Verfasser (S. 54 Anm. 15) — bei Arnos,