Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 82 (1938)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Wege der Bibelwissenschaft
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 Efraim Urbach sich unter diesen Begriffen vorzustellen, wenn sie auf das Israel der Wüste Anwendung finden sollen? Der Verfasser versäumt leider, auf die Offenbarung, mit der ja alle unsere Quellen (ob es sich um die Väter, Moses oder das Volk Israel bandelt) die Entstehung des Monotheismus in Verbindung bringen, einzugehen und setzt an ihre Stelle, wie er selbst bemerkt7, Begriffe Hegelscher Abkunft. Diese Unklarheit wirkt sich im vorliegenden Teil, der in der Hauptsache der literarkritischen Frage gewidmet ist, nicht so sehr aus, wird aber jedenfalls in den folgenden Teilen zu vermeiden sein. K. hat mit Recht erkannt, daß das Geschichtsbild Wellhausens mit seiner Datierung der Quellen steht und fällt. Nun glaubt auch K., daß drei Hauptquellen JE., P. und D. schon lange, bevor es ein ״Buch der Tora“ gab, als Toraliteratur oder als Torot existiert haben; denn die Existenz von Provinztempeln und Altären in der Zeit der frommen Könige, wie sie im Buche der Könige bezeugt werden, die Stellungnähme eines Elia oder Plosea zu den Heiligtümern im Nordreiche, das Verhältnis von P. zu Ezechiel, bleiben unerklärt bei der Annahme des Vorhandenseins des ganzen Pent. in seiner heutigenForm zur Zeit des ersten Tempels. Hatte aber Wellhausen keinen Unterschied zwischen der literarisehen Fixierung der einzelnen Quellenschriften und der Zeit ihrer Entstehung gemacht, so setzt K. die Existenz einer sich entwickelnden Toraliteratur in verschiedenen Sammlungen voraus, welche schon früher in einzelnen Kreisen Anerkennung gefunden haben. Diese Annahme schließt bereits die Meinung der Wellhausenschen Schule über das Verhältnis des Prophetentums zum Pentateuch (vgl. oben) aus. Letzterer ist unmöglich bloß eine Anwendung der prophetischen Lehren auf das tägliche Leben unter bestimmten Kompromissen, da wesentliche Teile von ihm älter sind als die Schriftpropheten. K. lehnt aber auch die traditionelle Auf- 7 Vgl. S. 12, Anm. 12, wo der Verfasser den Unterschied zwischen seiner Ansicht und der Nachman Krochmals klarzumachen sucht. Daß ״die Grundidee nicht als abstrakter Begriff in Israel entstand — also nicht die Hegelsche Idee des absolut Geistigen — sondern als ״intuitive Schau“, macht nicht viel aus.