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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Zwei Kapitel aus der Geschichte der Juden in Schrimm
Date
1937-01-01
Page
Seite 174 (sequence 7)
Language
German
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174 Louis Lewin R. Jakob Striemer ben Josef stammte aas Kalisch, wo seine Eltern 1656 den Märtyrertod erlitten. Er ist Namensträger seines Großvaters väterlicherseits. Daß er in Schrimm Rabbiner oder in autoritativer Stellung gewesen sei, wird bezweifelt17. Zuerst Anhänger Sabbatai Zebis hat er nach einer Mitteilung R. Jakob Emdens infolge des Übertritts des Pseudomessias zum Muhammedanismus ihn nur noch in Verbindung mit Verwünschungen genannt und auf Anraten des Chacham Zebi Aschkenasi die Sabbatianer in Polen so hart verfolgt, daß sie dort nicht festen Fuß fassen konnten und nach Deutschland gingen. Mit überschwänglichen Worten wird er von seinen Zeitgenossen genannt ״der hervorragende in Frömmigkeit, dem in Thora zehn Mächte eigen sind, ein göttlicher Mann, der Fürst, groß an Bescheidenheit, den man einen heiligen nennt“. R. Jakob Emden, sonst mit Lob recht karg, rühmt ihn als den ״Gaon, den hervorragenden f rommen“, und noch zu Ende des neunzehnten Jahrhunderts wird er als ״göttlicher Kabbalist“ bezeichnet. Um 1687 war er in Adrianopel, wo er eine Talmudschule hielt. Daß er dort an der Spitze der Gemeinde gestanden und in Angelegenheiten des Ritus und des Rechts entschieden habe, scheint Johann Christoph Wolf17 nicht gewiß zu sein. Um 1700 gehörte er zu den Chachamim der Deutschen in Jerusalem und starb vor 1712 im heiligen Lande. Ob er seinen Namen von einem längeren Aufenthalte in Schrimm erhalten hat, oder, wie von anderer Seite behauptet wird, weil er dort Rabbiner war, ist ungewiß. Sein jüngerer Bruder Sabbatai Baß, der erste, der bei den Juden wissenschaftliche Bücherkunde gepflegt hat, nennt ihn stets mit großer Ehrfurcht. Sabbatais Herkunft aus Schrimm 48a ff., 54a, 61a, 70a, 72b, 89b, 99b, 102a, 108a;מאמר קדישין z־u 13 ,75;38 ,72 חד׳מ; 87, 27, Lewin, Gesch. der Juden in Lissay Pinne 1904, S. 175 f. und die dort angegebenen Quellen, Yung, alphabet. Liste aller gelehrten Juden, Leipzig 1817, S. 225, Lewin, Landessynode a. a. O. S. 90 Anm. 305. Was Buber, אנשי שם, Krakau 1895, S. 53, aus dem verdächtigen מצבת קדש und sonst mitteilt, ist unhaltbar. Bei Benjahob, Thes. S. 74 Nr. 347, irrig בריבזיל. Verwandt« schaftliche Beziehungen s. Handschrift Lewin«Breslau Nr. 260, Stammbaum der Farn. Kalischer. 17 Wolf, Bibliotheca hebraea III 1004 f. ־;

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