Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Politische Gedanken bei Ibn Bagga
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2830023-2830025-2850424--54615-2850622- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Farabi 1× ep/1026031
OCR text
Politische Gedanken bei Ibn Bägg־a 167 sagt, daß Plato nichts über den 3. Stand, den Nähr stand, sagt38. Abschließend läßt sich vorläufig feststellen, daß Ibn Bägga ausschließlich an metaphysischen Fragen und dem Schicksal des einzelnen, nach Yollendung strebenden Menschen interessiert ist. Alle die Fragen, die Alfäräbi und später wieder Ibn Rushd interessiert haben, wie Eigenschaften des Herrschers, der islamische und platonische Bedingungen in sich vereinigt, Yerfassungsformen, Bedeutung des vollkommenen göttlichen Gesetzes als Grundlage des Staates, des Gesetzes, das allein die Möglichkeit für die unter ihm lebenden Glieder des durch es vollkommenen Staates gibt, existieren für Ibn Bägga nicht. Vielmehr gewinnt man den Eindruck, daß er einen Führer für den philosophischen Menschen schreiben wollte, der trotz des Nichtvorhandenseins der platonischen Voraussetzungen sein Ziel erreicht dadurch, daß er durch Abseitstreten die Hindernisse, die. der unvollkommene Staat ihm in den Weg legt, umgeht und unschädlich macht. Wie weit hierbei eigene Erfahrungen mitsprechen, sei dahingestellt. Schließlich lebte Ibn Rushd eher unter noch ungünstigeren politischen Bedingungen. Ich vermute, daß Ibn Bagga eine Seitenlinie Alfärabis aufnehmend, bewußt ins Individualistisch-Mystische einbiegt und damit Ibn Tufail den Weg gebahnt hat. Andererseits setzt 38 שאשר בהנהגה האפלטונית בלתי תמים (Aristoteles) הנה יראה מדבור החכם Diese An« sicht teilt Ibn Rushd, da nur Wächter und Philosophen! darin behandelt sind, dann fährt er fort, daß׳ Plato erörtert...איך יעתקו המדינות הפשוטות קצתן אל קצת עוד יזכור־ אחר זה מה שייחד מדינה מדינה מהן •יי ״ וכמו כן יזכור מה שיעיק מין מין מהם .;• . וזה הוא (s. Steinschneider, H. II. § II2ff) אשר כוין ארסטו בכאן והוא דבר לא ישלם בספרי אפלטון ואיך יאמר אבו בכר בן אל צאיג שהדבור בקבוץ המעולה כבר נשלם בספר אפלטון וכי הדבור במה שכבר דובר בו מותר או סכלות או רוע אבל לא היה נופל אליו תמימות אלו המאמרים Ich werde darauf in meiner Arbeit über Ibn Rushd ausführlicher eingehen, soweit es sich um die Politik handelt. Wie weit sich eine unterschiedliche Auffassung in. der Meta« physik findet, fällt aus dem Rahmen der mir gestellten Aufgabe heraus. Daß sich Ibn Bägga selbst des Unterschiedes bewußt war zwischen Plato und Aristoteles, erhellt aus der Bemerkung hanhaghath f. 127a. r. בי מושכל ארסטו איננו מושכל אפלטון Vgl. auch oben n. 11 s. v. Phaedon. In unserm Zusammenhang handelt es sich aber darum, daß Ibn Bägga Platos Politeia für den voll־ kommenen Ausdruck des vollkommenen Staates hält, während Ibn Rushd auf Grund der Nik. Ethik des Aristoteles sich zu einer Korrektur dieser Auf« fassung veranlaßt sieht. ־'.