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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Politische Gedanken bei Ibn Bagga
Date
1937-01-01
Page
Seite 166 (sequence 14)
Language
German
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166 Erwin Rosenthal Kommentar zu verstehen, Ibn Bägga hätte sicher nicht gesagt, die Erörterung der vortreff liehen (politischen) Gemeinschaft (קבוץ המעולה) sei bereits im Buch Platos vollendet worden und die Erörterung dessen, was schon erörtert worden ist* sei überflüssig, töricht oder schlecht, wäre ihm die Vollkommen* heit der Aristotelischen Abhandlungen (Nik. Ethik) zugänglieh gewesen? Denn wir wissen ja, daß Ibn Bägga die Nik. Ethik und AlfarabTs Kommentar dazu gekannt hat, ja daß er sich sogar mit der für seine Ansicht entscheidenden Stelle auseinandergesetzt hat37. Ibn Rushd mußte das ebenso gut gewußt haben. Ob er mit dieser Bemerkung seinen verehrten Vorläufer verteidigen wollte oder ob es sich hier wirklich üm eine tiefe MeinungsVerschiedenheit zwischen beiden in ihrer Auffassung Platos und Aristoteles* * * * * * 9 handelt, kann ich nicht entscheiden, doch scheint mir das letztere wahrscheinlich zu sein, wenn man berücksichtigt, was Ibn Rushd vorher darüber lieh die vorhin angezogene Aristotelesstelle und fügt dem שהאדם מדיני בטבע charakteristischerweise hinzu ר״ל אי אפשר לו שיחיה מבלעדי המדיוה אם הכרחי ואם היותר טוב Ich sehe in diesen Worten, im Zusammenhang mit der oben, wieder« gegebenen ausführlichen Polemik einen Hinweis auf Ibn Bägga. Eine weitere Stelle gleicher Tendenz findet sich f. 204a im Anschluß an die Kommen tie« rung der Stelle, daß der Glückliche der Freunde bedarf im 9. Kapitel des 9. Buches. — Maimonides bezieht sich ebenfalls (an der oben n. 6 von Munk zitierten Stelle) hierauf in einem auffallend an Ibn Rushd erinnernden Zu« sammenhang, zum mindesten,. was den Grund anlangt, weshalb der sich der Erkenntnis hingebende wahre Philosoph die Gesellschaft flieht. Hier ist so» gar der Wortlaut fast übereinstimmend. Aber für Maim. handelt es sich im Kapitel 36 um die Voraussetzungen für die Prophetie, darum findet sich bei ihm nichts von der Ablehnung, die Ibn Rushd an ein solches Ver» halten knüpft. Ob sich im Iggereth bei Erörterung der Träume im Zu« sammenhang mit der Vorstellungs« und Denkkraft, wohl dann im Anschluß an Alfäräbi, Parallelen zu Maimonides aufzeigen lassen, besonders zu diesem Kapitel 36, läßt sich nur nach Herstellung eines einwandfreien Textes auf Grund des arabischen Originals mit Sicherheit beantworten, ausgeschlossen ist es nicht (vgl. Narbonis Bemerkung am Anfang), zumal Maim. nach Alfäräbi Ibn Bägga als großen Philosophen seinem Schüler S. b. Tibbon empfiehlt; Eine eingehende Untersuchung des Verhältnisses Maimonides” zu Ibn Bägga auf Grund dessen gesamten vorhandenen W erkes ist sehr wünschenswert unter bes. Berücksichtigung der Erwähnung Ihn Bäggas im More I, c. 74; II, c. 9, c. 24 und Weiss, Führer II, S. 14 f. n. 47. 37 s. n. 33 u. oben n. 11.

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