Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Politische Gedanken bei Ibn Bagga
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 165 (sequence 13)
- Language
- German
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Politische Gedanken bei Ibn Bag'ga 165 liehen Menschen außerhalb des vortrefflichen, unter der Füllrung des Propheten-Philosophen-Königs stehenden Staates als Fremden34. Dies erläutert Ibn Bägga durch die Präzisierung des Begriffs ״Fremder“ dahingehend, daß solche Menschen, selbst wenn sie in ihren Häusern, unter ihren Verwandten und Nachbarn leben, in Gedanken doch sich entfernen. Es ist klar, daß der Schritt nicht weit ist, von einer innerlichen, geistigen Distanzierung von der politischen Gemeinschaft bei körperlicher Anwesenheit zur tatsächlichen, vollkommenen Isolierung. Diesen Schritt hat radikal Ibn Tufail in seinem Hayy vollzogen. Ibn Rushd andererseits polemisiert gegen Ibn Bägga und hält ein sich absondern selbst von einer andern als der idealen staatlichen Gemeinschaft für unzulässig. Ein wahrhafter Philosoph erlangt die vorzüglichste Vollkommenheit genau so nur im Idealstaat Plates wie jeder andere Mensch. Denn der Staat ist absolut notwendig für die menschliehe Existenz und nur als Teil desselben kann der Mensch seinen Zweck erreichen. Somit geht der wahrhafte Philosoph der höchsten Vollkommenheit verlustig, wenn er sich aus der politischen Gemeinschaft ausschließt, und wir dürfen hinzufügen, selbst wenn es in der Absicht geschieht, seine höchste Bestimmung zu erreichen35. In diesem Sinn kommentiert er auch die Stellen in der Nikomachischen Ethik, in denen Aristoteles sich unter Berufung auf das Zoon Politikon gegen die Flucht des Menschen aus der Gesellschaft als politischem Verband ausspricht36. Wie ist aber die Stelle im Epilog zu seinem machischen Ethik, im 1. Buch im 4. Kapitel gegen Ende. Dieser Zusammen״ hang mit dem Sufismus muß auf seine Richtigkeit geprüft werden. Vielleicht ist auch an die Ihwan ul״safä zu denken. 34 Munk, Melanges S. 390, n. 2 sagt: ״Ce portrait des hommes parfaits vivants dans les Etats imparfaits est en partie emprunte ä AhFaräbi“. Steinschneider weist im Anschluß an diese Feststellung die Stelle nach im ״Sefer hahathchaloth, ed. Filipowski, S. 41“, d. i. das k. al״siyäsät. Z. Zt. der Niederschrift war mir nur Dietericis deutsche Übersetzung: Die Staats« leitung zugänglich. Alfäräbi bezeichnet dort diese Menschen nur als vor״ züglich im Gegensatz zu ihresgleichen im Idealstaat, die auserwählt und glücklich dazu sind. 35 Politeia-Paraphrase f. 22b. 23a. Die wörtliche Anführung würde zu viel Raum einnehmen. 36 Komm, zur Nik. Eth. MS. Bodl. f. 71a zitiert Ibn Rushd fast wärt״