Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Politische Gedanken bei Ibn Bagga
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Erwin Rosenthal sieh in ihnen die Spekulation vollende20. In einem gewissen Gegensatz zu den Falasifa vor und nach ihm sieht also Ihn Bägga in der Abstufung des Denkvermögens bei der Vielheit der Individuen den Grund für den Staat der es einerseits den Menschen ermöglicht, zur geistigen Schau zu gelangen, dessen Vollkommenheit andererseits aber nur durch diese Mannigfaltigkeit gewährleistet wird. Daß der Mensch auf Grund der Verschiedenheit all seiner natürlichen Anlagen und ‘ Fähigkeiten sich mit andern seinesgleichen zusammenschließen muß, um überhaupt existieren zu können, daß er der politischen Führung bedarf, um in seiner menschlichen Existenz im Staat gesichert zu sein und um sich von da aus zur geistigen Schau erheben zu können, liegt außerhalb des philosophischen Interesses Ibn Bäggas oder zumindest wird stillschweigend vorausgesetzt. Die Aneignung der spekulativen Wissenschaft ist der Ausgangspunkt, die Vervollkommnung der menschlichen Seele mit ihrer Hilfe das Streben, die Vereinigung mit dem aktiven Intellekt und von da aus die mögliehst vollkommene Annäherung an Gott das höchste Ziel; der letzte Zweck, in dem sich das höchste Glück erfüllt21. Darum 20 Iggereth, fi 93a; Man vergleiche damit die Begründung für das Entstehen des ׳Staates״ um die materielle und geistige Existenz des Menschen zu ermöglichen hei den übrigen Falasifa bis zu Ibn Khaldün wie auch bei Maimonides (s. mein Maim. Conception usw. S. 194 f.) und sieht sofort, wie starb bei Ibn Bagga die Tendenz zur rein geistigen Schau entwickelt ist. Das Moment der Führung auf der Grundlage״ des- ״Gesetzes“, ohne die der Mensch seine Bestimmung nicht erreichen kann, fehlt hier völlig, weil außerhalb des vorwiegend metaphysischen Interesses. Vgl. hierzu L. Strauss' 1. c. Ausführungen am Schluß,, die mindestens für Ibn Bägga mit Bezug auf das Verstehen des Gesetzes einer Einschränkung bedürfen. Im Hanhaghath findet sich keine Begründung des Staates mehr wie hier, ich halte diese Schrift für später. Sie ist bezeichnenderweise nicht erwähnt bei der Polemik gegen Öazzali, wo von Gazzälis Erfahrung geredet wird als er מתבודד; war. 21 Vgl.: f. 89a.ואין לב״ח הבלתי מדברים אלא תשוקת הדמיון ♦ ואמנם־ התשוקה.המחשבית והיא התשוקה הישר ה אמנם •היא לאדם לבד * הבה נתבאר כי הבריאה היותר מעולה היא הבריאה אשר תושג בה החכמה העיונית" über das dem Menschen im Gegensatz zum Tier eigen« tümliche Verlangen nach Erkenntnis'(vgl. Ihwän ul-safä) oder f. 90a, daß die vorzüglichste; Schöpfung diejenige ist;, wodurch man• die spekulative Wissenschaft (החכמה העיונית) erfassen kann, d. i; der separate Intellekt השכל הנאצל der hanhaghath etc. der erworbene genannt wird (הנקנה f. 127a. 1.) Vom