Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Politische Gedanken bei Ibn Bagga
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 6)
- Language
- German
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158 Erwin Rosenthal ihm im Sinne der Aneignung kann auf zwei Arten erfolgen, eine natürliche, kraft des Intellekts vom Menschen selbständig vollzogene, und eine göttliche. Die erste Art ist durch die Philosophie ermöglicht, die zweite mit Hilfe des von Gott gesandten Propheten. Gott hat die Propheten gegeben, damit sie die Gesamtheit der Menschen in der göttlichen Möglichkeit leiten. Gottes hervorragendste Gabe ist die Wissenschaft, die vom Gesetz direkt gefordert ist. Das Glück besteht in der Nähe des Menschen zu Gott, aber nur der ist Gott nahe, der sich selbst erkennt und darum hat Gott den Intellekt geschaffen. Ist aber der Intellekt Gottes liebste Schöpfung und gelingt dem Menschen die Vereinigung mit ihm, so ist er Gottes liebstes Geschöpf. Die Annäherung an Gott, von Ihm gewünscht, ist aber nur durch die Wissenschaft möglich, darum führt sie den Menschen Gott nahe, Unwissenheit aber entfernt von ihm18. Es soll hier unerörtert bleiben, ob sich von der angeführten Stelle über die Prophetie eine Linie zu Maimonides ziehen läßt, wie dies Narboni mit Recht von Alf arabi behauptet19. Auffallend ist auf jeden Fall das politische 18 f. 93b. Ich gebe hier die wichtigsten Stellen, so gut sie zu entziffern sind, wieder: י י האפשרות ב׳ מינים מין טבעי ומץ אלהי והטבעי הוא אשר יושג בחכמה ויוכל האדם לעמוד עליה מעצמו " " ־ המין האלהי* יושג בעזר אלהי ועל כן שלח האל הנביא" ונתן הנביאים 1] כי כאשר רצה ית' שמו להשלים המתנה היותר מעולה. Sg.] שידריכו כלל בני אדם באפשריות האלהיות אצל ב׳א והיא החכמה וכמה(?) שבאו בה (?) בתורות בצוי על החכמה ובתורתנו האלהית מה שיורה על זה י ״ ״ וגודל ההצלחה שעור רצונו והקורבה ממנו ולא יהיה האדם קרוב ממנו אלא בידיעתו עצמו ועל כן ״ •? ״ השכל הוא יותר אהוב לאל מכל הנמצאים" וכאשר יגיע [folgen Bibelverse] ויברא האל השכל אל האדם הוא אותו השכל בעינו אין הפרש ביניהם * ♦ איכ כבר הגיע זה האדם היותו היותר אהוב שבכל הנבראים י ״ * ויקרב בו אליו וירצה בו האל וזה אמנם יהיה בחכמה" א״כ החכמה מקרבת האל ית' והסכלות מרחיק ממנו* Nach 90a ist diese (spekulative) Wissenschaft die vortreff״ lichste, und die höchste Stufe ist (93b) [sc. ציור האדם לעצמו עד שיצייר זה השכל [הנאצל Selbst eine literarische Abhängigkeit scheint mir durchaus möglich zu sein. Man vergleiche den Satz über Annäherung bzw. Entfernung mit Ibn Rushds Feststellung, daß Abhaltung vom Studium, das zur Erkenntnis Gottes führt, Torheit und Entfremdung von Gott ist (Müller, S. 5). Auch das Gleichnis vom Schlachtmesser (S. 4 in Müllers Ausgabe des fasi) ist im Prinzip bei Ibn Bägga (f. 92a u. 93a) vorhanden, wenn auch in anderm Zusammenhang verwandt. Wichtig ist vor allem, daß die Wissenschaft vom Gesetz ge« fordert ist. 19 S. mein Maimrs. Conception etc. u. L. Strauss, I. c. über Prophetie und ihre politische Bedeutung. Vermutlich kann Ibn Bäggas Abhandlung Über die Seele, wenn überhaupt, darüber Klarheit bringen.