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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 156

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Politische Gedanken bei Ibn Bagga
Date
1937-01-01
Page
Seite 156 (sequence 4)
Language
German
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156 Erwin Rosenthal einandersetzüng mit den Vorgängern unter den Falasifa11. Nicht nur muß Ibn Bägg'as Verhältnis zu Alfarabi präzisiert werden, sondern auch versucht werden, Ibn Rushds Abhängigkeit zu erörtern, was möglich sein sollte, nachdem sich in der Staatsbibliothek in Berlin eine Handschrift befindet, die mit Ausnahme des Tadbir das gesamte vorhandene Werk Ibn Baggas enthält12. Nimmt man noch Narbonis Kommentar zu Ibn Tufails Hayy hinzu, der eine Fülle noch unverarbeiteten Materials über die Falasifa enthält, sollte die Frage tatsächlicher Beziehungen zu Ibn Bägga mit einiger Sicherheit zu beantworten sein. Es wäre zu untersuchen, ob Ibn Rushd 11 Zu den von Steinschneider, H. Ü. genannten Autoren und Werken seien hier noch folgende angeführt: im Iggereth zitiert Ibn Bägga f. 86b eine Ansicht des Sokrates בגלגל in seinem Buch ראדון. die schon Aristoteles in seinem Buch De Anima zerstört habe. Dort wendet sich Aristoteles allerdings gegen diese Ansicht im Timaios. ראדון kann nur Platos Phaedon sein, dessen Kenntnis Ibn Bäggaan mehreren Stellen verrät (f. 88b, L 10־ ff. von der notwendigen Verbindung von Lust und Schmerz; Essen, Trinken usw., um des damit verbundenen Vergnügens willen, nicht um die Gesund« heit des Körpers zu erhalten, u. a.) Von Plato erwähnt er die Gesetze und Kriton. (Nachträglich habe ich bei Steinschn. Arab. Übers, usw. s. v. Plato קרואן mit Kriton identifiziert und so meine Vermutung bestätigt gefunden). Von Aristoteles erwähnt Ibn Bägga das Buch über Die Tiere (s. Steinschn., H. Ü. § 206), also dürfte seine eigene Schrift abhayawänät einen Korn« mentar zu Aristoteles darstellen. Ferner zitiert er die Ethik des Aristoteles, f." 88a als Nikomachia, f. 91b als Ethik (sefer ham-midoth, entsprechend dem arabischen k. abakhläq) u. sonst. F. 91, 1. 24 erwähnt er Aristoteles An» sicht über den Intellekt im 6. Buch seiner Ethik, m. W. eine vollständigere Art zu zitieren, als sonst bei ma. Autoren. Dies ist im Zusammenhang der Erörterung des letzten Zwecks, worüber er selbst lt. Titelverzeichnis der Berl. Hs. eine kleine Abhandlung geschrieben hat. Alfäräbi erwähnt er mehrmals, betont dabei, was schon Steinschneider hervorhob, gerade bei Erörterung des höchsten Glücks, daß er darüber nichts bei Alfäräbi habe •finden können, was seiner eigenen Auffassung entspreche. (Dies bedarf der Untersuchung.) Einmal erwähnt er Alfäräbfs verloren gegangenen Kom־ mentar. zur Nikomachia (פי״ גיקלמכוש), den auch Ibn Rushd erwähnt. Auf f. 88b. polemisiert er heftig gegen Gazzälis Ansicht, der letzte Zweck bestehe im Genuß, welche Stelle auch Narboni in seinem Kommentar zu Ibn Tufail zitiert (s. Steinschn. 1. c. n. 751). Von eigenen Schriften erwähnt Ibn Bägga mit Namen nur sein Buch Über die Seele, was ebenfalls Stein« Schneider hervorgehoben hat. 12 Nr. 5060, s. Ahlwardt's Katalog d. arab. HSS.

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