Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Hebräische Blumengedichte aus Spanien
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 7)
- Language
- German
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Hebräische Blumen ge dichte aus Spanien 137 Solange er lebt — an seine gewaltigen Gaben, Indem er [mir] schickte eine Schale gefüllt mit Wohlgerüchen. (Es möge Gott seine Hand füllen mit Lieblichem!) In ihr ist jedwede gelbe [Blume], die aussieht, Wie eine Kranke, deren Kleider auf gerissen sind, [Und] rote, von denen haften bleibt dem. Auge des Menschen Dasjenige, was haften bleibt seinem Herzen von Träumen. Ihre Leiber vergleiche ich innerhalb ihres Gewandes Einem Lande, um das ringsherum Mauern sind; Oder einem lachenden Jungen, den sein Vater geschlagen hat. Manche von ihnen kennt der Mensch und manche Sind nicht bekannt und rätselhaft. Deren Gesichter verhüllen Schleier von Byssus Wie [bei] Frauen, die vor Männern verborgen sind, Und die sichtbar werden, wenn abgenommen werden die Schleier, Dem Manne des Zornes14, der Rache nimmt. Ihre Gesichter, als wenn sie ihm untreu wären, (Wo sie doch nicht untreu warenI) sind voll von Scham. Sichtbar ist auf ihren Antlitzen ein Licht wie das Licht der Sonne Zur Zeit da die Wagen der Tage bespannt sind. Sie zeigen Wunder von Weisheit und Einsicht Ihren Betrachtern — ohne weise zu sein. Das Auge des Menschen ist beim Betrachten ihrer Pracht Ähnlich dem Herzen eines Fürsten, das Gedanken bedrängen, Oder dem Herzen eines Menschen, der vor einem Traum fürchtet, oder Fallenden, die vergeblich hoffen, aufstehen zu können. Oder einem Raubvogel, der erschrickt in der Falle, Oder einem Schüler, der den Traktat ״Jebamot“ [studiert]15. Ich kenne sie, wenn ich erblicke den Glanz ihres Aussehens, Doch kann ich [ihn] nicht wiedergeben oder vergleichen, Wie [bei] Menschen, die ich kenne nach ihrer Gestalt, Aber nicht bezeichnet wurden mir mit Namen. Erschaffen hat die Zeit ihren Körper grünlich Und gestaltet ihre Gewänder rot. Von ihnen steigt ein Leuchten, als ob Sie aus Karmesin und Purpur gewebt wären. Abgenagt hat die Zeit ihre Haut, bis sie dünn wurde, Und vernichtet hat sie die Knochen von ihrem Fleische; Doch rein bleibt ohne Wunden ihr Fleisch Wie die Seele rein ist von Sünden. Es labt schweben über sie der Wind Wohlgerüche 14 Der Mohammedaner (Araber), der seine Frau des Ehebruchs ver« dächtigt. 15 Ein besonders schwieriger Talmud״Traktat.