Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 133

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Hebräische Blumengedichte aus Spanien
Date
1937-01-01
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2830023-2830025-2850421--54576-2850588
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Hebräische Blumen gedichte aus Spanien 133 Antiochia, st. 945), sang von Rosen, Anemonen, Narzissen und hat sogar einem Wettkampf von Blumen ein besonderes Gedicht gewidmet. In seinen Fußtapfen wandelte auch sein Genosse Kusägim aus Palästina (st. etwa 96t—971)3. Zweifellos haben auch andere Dichter des gleichen Kreises Blumen zum Gegenstand ihrer Schilderung gemacht wie etwa Al - W ä’ wa aus Damaskus, in dessen Diwan zwei Gedichtchen über Yeileben und Orangenblüten vorhanden sind4. Die spanischen Araber haben sehr bald danach das Blumengedicht in ihre Literatur verpflanzt und mit besonderer Liebe gepflegt. Es handelte sich dabei keineswegs um eine literarische Spielerei, wie man vielleicht glauben möchte. Die Popularität der Blumenlieder wird sicherlich zu einem großen Teil durch den außerordentlich hohen Stand der Gartenkultur im arabischen Spanien erklärt. Die so überschwänglich besungenen Blumenbeete, ihre berauschenden Farben und berückenden Düfte, die schattigen Bäume, das sanft plätschernde Wasser von Teichen und Kanälen, die luxuriösen Lauben und Lust- Schlösser in den Gärten — alle diese Dinge waren nicht einer fernen Märchenwelt entnommen, sondern existierten in Wirklichkeit, und wenn auch nur auf den Landgütern und in den Yorstadtvillen der obersten Zehntausend Andalusiens5. Wir besitzen einen interessanten Bericht des Historikers Ibn Hajjän (st. 1070), aus dem. hervorgeht, daß während des Wesirates von Almansors Sohn ‘Abd al-Malik in Cordoba (1002—1008) Gedichte über Blumen sehr gesucht waren: ״Und es forderte Al-Muzaffar cAbd al-Malik ibn Abi ‘Äaiir von seinen Dichtern während einiger Frühlingsperioden seiner Herrschaft Improvisationen von Blumengedichten (qitahi nuwwärijja) über [die Blume] Al-Mantür, d. h. über die Levkoie, über die Orangenblüte und sonstige Blumenarten. Er war voll von Bewunderung dafür und verlangte möglichst viele Arten [dieser Gedichte] in seinem Eigendünkel. Er hatte es gern, daß singende Sklaven diese Gedichte 3 a. a. .O. S. 250—255 (mit einigen Übersetzungsproben). 4 I. Kratscbkovsky, Abü-1 Farag akWä'wä' Damasskij. Petrograd 1914. Arab. Text Nr. 95 und 220. 5 E. Levi-Provempal, UEspagne musulmane au Xeme siede. Institutions

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.