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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 132

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Hebräische Blumengedichte aus Spanien
Date
1937-01-01
Page
Seite 132 (sequence 2)
Language
German
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132 Jefim Schirmann hebräische ,,Blumendichtung“ — ist uns allerdings nur aus wenigen Beispielen bekannt; diese sind aber interessant genug, um eine eigene Untersuchung zu rechtfertigen. Sicherlich hatten die spanischen Juden ein persönliches Verhältnis zur Natur. Doch die literarische Wiedergäbe dieses Verhältnisses war begreiflicherweise durch die traditionelle Auffassung ihrer arabischen Lehrmeister bestimmt. Die Juden haben zwar nicht alles in sklavischer Anlehnung aus der arabischen Dichtung übernommen, hatten aber vor dieser einen gewaltigen Respekt: sie mußte ihnen schon allein durch ihren einzigartigen Reichtum imponieren. Auch das Enkomion auf die Blume war eine poetische Gattung, die sie bei den Arabern vorgebildet fanden. Es wird allgemein angenommen, daß die Gartenpoesie der Araber ein Produkt des Urbanisierungs-Prozesses sei, in den sie nach ihren großen Eroberungszügen gerieten. An dieser Stelle soll die Richtigkeit dieser Annahme nicht untersucht werden, auch nicht, in welche Zeit die Ansätze zu einer solchen Poesie zurückreichen. Nur einige Hinweise mögen genügen, die durch Spezialarbeiten sicherlich noch um ein vielfaches vervollständig! werden können. Nach den Feststellungen von Adam Mez ״haben in der ersten Hälfte des 4. bis 10. Jahrh. zwei syrische Dichter, zwei Freunde, den Sang vom Garten und seinen bunten, leichten Reizen ausgebildet und auf seine höchste Höhe gebracht“* 2. Beide gehörten zum Kreise des berühmten Dichtermäzens, des Fürsten Saif al-Daula von Aleppo; der ältere, Muhammad al-Sanaubarl (aus manchmal ausführliche Schilderung des Gartens; zu beachten ist ferner Harizir Tahkemönl ed. Kaminka S. 55 ff., S. 380—381 und sonst. Ein Bei« spiel höchster Virtuosität sind die 15 Epigramme von Semüre 1 han- N ä g I d über Äpfel (Diwan ed. Sassoon S. 89—92; vgl. Davidson, Geniza Studies III [1928] S. 211—212). Im erwähnten Ms. Schocken 37 finden sich 2 unveröffentlichte Gedichte von Ihn G a b I r ö 1 über einen Apfel sowie über Apfel und Rose. Jehüdä hahLewi dichtete Rätsel über Äpfel (Diwan ed. Brody T. II, Abt. Rätsel Nr. 37, 77) u. Granaten (ib. Nr. 1, 2, 20); Harizi besingt im 49. Kapitel des Tahkemönl Äpfel, Granaten (auch S. 268), Nüsse (auch S. 268), die Palme, Trauben, Feigen, Mandeln, an einer anderen Stelle das Ethrog (S. 270). 2 A. Mez, Die Renaissance des Islams. Heidelberg 1922, S. 250.

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