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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 130

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Die altrussischen Handschriften der Logik und ihre jüdischen Quellen
Date
1937-01-01
Page
Seite 130 (sequence 11)
Language
German
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130 Haim Borodianski Johannes Chrysostonms5 sogar Brandschriften gegen Juden und Lateiner (Bll. 4—45, 60 f.5 65—88, 89—103, 251 ff.) zeigt, daß der Kopist Yassil und sein Herr Nikolaus Radivilovic die Übersetzungen der logischen Schriften nicht als dem Christentum und der Kirche fremd und sektiererisch empfunden haben und daß sie auch nicht für Missionszwecke hergestellt wurden. Dasselbe gilt auch für andere aus dem Hebräischen übersetzte und den Judaisierenden zugeschobene Werke, die in Hand- Schriften neben Polemiken gegen Juden und Judentum stehen wie z. B. in einem Sammelband des Museums der kirchlichen Altertümer zu Cholm, in dem sich Übersetzungen des שש ככפים von Imanuel b. Jakob, der pseudo-aristotelischen Schrift סוד הסודרת u. a. finden. Einige dieser Werke wurden im XVI. Jahrhundert von der orthodoxen Kirche nicht aus Gründen ihres jüdischen Ursprungs und der Verbindung mit der Heräsie der Judaisier enden, sondern aus der allgemeinen Abneigung und Feindseligkeit der Wissenschaft gegenüber verboten. Südwestrußland, Teil des Litauischen Königreichs, war im ausgehenden Mittelalter geistig mit dem Westen verbunden und bildete die Brücke, über welche die Bildung, der Kritizismus und religiöse Aufklärung, z. T. durch Juden nach dem Osten gingen. Mit der Bekämpfung der Häresie der ״ Judaisierenden“ wurde zugleich der Kampf gegen die Wissenschaft, die Philosophie und die Aufklärung geführt, die in Zusammenhang mit den Sektierern gebracht wurden. Diese Werke wurden jedoch von ihren damaligen Gegnern nicht als literarisches Produkt der Sektierer erklärt und können auch jetzt nicht als solches betrachtet werden. Wir haben vor uns somit keine ״Logik der Judaisier enden“, sondern mehrere, mindestens drei logische Schriften, die im Zuge der geistigen und wissenschaftlichen Anlehnung an Europa durch Juden in die russische Literatur hineingetragen wurden. Die Verfolgungen der aufklärerischen Regungen hemmten die geistige und wissenschaftliche Entwicklung Rußlands fast zwei Jahrhunderte lang. Erst Ende des XVII. Jahrhunderts wagt ein Gelehrter (Andreas Belobodski, nach manchen mit dem kalvinischen Prediger und ״Ketzer“ Jan Belobodski zu Sluzk identisch) ein philosophisches Werk zu schreiben, das er unter

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