Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die altrussischen Handschriften der Logik und ihre jüdischen Quellen
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 12)
- Language
- German
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Jefim Schirmann: Hebräische Blumengedichte aus Spanien 131 dem Deckmantel der Philosophie des Franziskaners Raymundus Lullus kursieren ließ und das auch von einem Theologie- Professor Joachim Bogomolevski, ehemal. Schüler der fortschriftlichen Akademie der Geistlichen zn Kiev, in seinen Schriften verwendet wurde10. Erst viel später fanden logische Schriften der Wolffianer wie Baumeister, Villaume und des Sensualisten Condillac Eingang in die russische Literatur. Hebräische Blumengedichte aus Spanien. Yon Jefim Schirmann. Die jüdischen Dichter Spaniens haben verschiedene Erscheinungsformen der Natur für die hebräische Literatur gleichsam neu entdeckt. Seit Abschluß der Bibel ist die geheimnisvoll schillernde Welt, die den Menschen umgibt, wohl nirgends in hebräischer Sprache so träumerisch verklärt oder glühend leuchtend geschildert worden, wie eben in Spanien. Insbesondere fühlten sich die Dichter vom Pflanzenreich angezogen. Ihre charakteristische Bilder- und Metaphernsprache weist viele Bestandteile auf, die diesem Reich entnommen sind; daneben aber wurden auch Gärten und Parks als solche in Versen dargestellt bzw. als Szenerie für verschiedene Yorgänge gewählt sowie Einzelheiten ihrer üppigen Vegetation — Bäume, Früchte und Blumen — in besonderen Gedichten besungen* 1 * * * * *. Die zuletzt genannte poetische Gattung — die 10 Vgl. die Arbeiten von M. Besobrazova und N. Sokolov über die ״Philosophie des Raymundus Lullus“ in der o. e. Zeitschrift des Ministeriums für Volksbildung Bd. 303, Febr. 1896 und N. F. Bd. X Aug. 1907. 1 Die ersten hebräischen Garten Schilderungen finden wir in zwei Gedichten des Dünas ibn Labrat (10. Jhdt.): דעה לבי חכמה und ואומר שול תישן (s. Davidson, Thesaurus s. v.; zum zweiten vergl. auch Texts and Studies of the Research Institute for Hebrew Poetry II, Berlin 1936, S. 127). § e m ü7e 1 han-Nägid gibt in einem Trinklied eine sehr anschauliche Beschreibung des Gartens, in dem das Gelage stattfand (Diwan of Shemuel Hannaghid publi״ shed for the first time in its entirety... by D. S. Sassoon London 1934, S. 92). Das interessanteste Stück über dieses Thema stammt von Ibn Gablröl. In der Gedichtausgabe von Bialik-Rawnitzki ist es Bd. III/l S. 17—18 nach einem sehr lückenhaften und unvollständigen Manuskript abg'edruckt, jedoch das Ganze hat sich unversehrt im Ms. Schocken 37 erhalten. Auch die Weinpoesie von Möse ibn "Ezra und Jehüdä hal-LewI bietet 9*