Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die altrussischen Handschriften der Logik und ihre jüdischen Quellen
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 9)
- Language
- German
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128 Haim Borodianski Konvertiten Theodoras Mitte des XV. Jahrhunderts nicht ohne Einwilligung seines Gönners, des Metropoliten Philipp. Tatsächlich zählt E. E. Golubinski in seiner ״Geschichte der russischen Kirche“ diesen ״ Juden-Psalter“ nebst einer slavischen Pentateuch-Übersetzung aus dem Hebräischen zu ihren Schriften. Doch bildet diese Bearbeitung des Machsors ein Problem für sich und wird von Ssobolevski selbst aus schwerwiegenden Gründen nicht als zur Literatur der Judaisi er enden gehörend betrachtet9. Auch die aus dem Hebräischen und im Geiste der jüdischen Tradition angefertigten altrussischen Übersetzungen des Pentateuchs und der anderen Bücher des alten Testaments, in denen ebenso wie in der jüdischen Tradition die Einteilung in Abschnitte (פרשיות) und nicht in Kapitel geschieht, die von den Sektierern benutzt wurden, sind nicht in direkte Verbindung mit der Heräsie zu bringen. Sie wurden selbst von dem Bekämpf er der Judaisier enden, dem Erzbischof von Novgorod Gennadij, ohne Bedenken bei seiner erstmaligen, einzigen und bedeutendsten Redaktion der slavischen Fassung des alten und neuen Testaments berücksichtigt und z. T. auch ohne Änderungen aufgenommen. Die Bewegung der Judaisierenden, als die Bewegung einer höheren Schicht des Volkes und eines Teils der Gebildetsten der orthodoxen Geistlichkeit und des Adels in Novgorod und Moskau hat sich nicht nur mit den vorhandenen slavischen Übersetzungen heiliger Bücher befaßt, sondern strebte auch, sich mit wissenschaftlichen, philosophischen und astrologischen Werken zu beschäftigen. Solche Werke stammten um diese Zeit hauptsächlich aus dem Süden Rußlands, wo der Einfluß des Westens und seiner Bildung am stärksten war. Die Juden Südrußlands, vor allem der Kreis um Moses II. ha״gole, konnten als Übersetzer, Vermittler und Förderer dieser geistigen Verbindung auftreten. Eine Über- Setzung eines wissenschaftlich abseits der christlichen Dog- 9 Die ״Juden-Psalter“ gab M. P. Speranski auf Grund einer Handschrift Moskau 1907 heraus. Über das Problem dieser Übersetzung1 siehe E. E. Golubinski ״Geschichte der russischen Kirche“ 1900 Bd. II. S. 614 f., Ssobo-- levski in der Zeitschrift des Ministeriums für Volksbildung (Zurnal ministerstva narodnago prosvescenija) N. F. Bd. XH. Nov. 1907 S. 199—202.