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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Die altrussischen Handschriften der Logik und ihre jüdischen Quellen
Date
1937-01-01
Page
Seite 127 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Die altruss. Handschriften d. Logik u. ihre jüdischen Quellen 127 bis 208) tragen die Überschrift des Besitzers Moses II. und enthalten u. a. astronomische Werke und Übersetzungen von Abraham b. Chija (צורת הארץ), Abraham ibn Esra (ם׳ החכמה), Imanuel b. Jakob (שש ככפים), Al-Fergani und Avicena. Mit Recht zählt Julius Brutzkus zu diesen Resten der Bibliothek Moses IL der Sammlung Sebastian Tengnagel gehörende Handschriften der Logik des Maimonides (Nr. 135, S. 143 bis 146) und andere Schriften, von denen altrussische Übersetzungen existieren, die, wie die Logik, von Ssobolevski in die Literatur der Judaisierenden hineinbezogen wurden8. Es ist auffallend, daß gerade diese Schriften um diese Zeit im Wohnort Moses II. ins altrussische übersetzt wurden und von dort den Weg auch nach Novgorod und Moskau fanden. Noch auffallender ist, daß der Name des Stifters dieser Sekte (nach Angaben ihres Gegners und Verfolgers Joseph Volozki) sich mit dem Namen des Gelehrten und Kopisten Secharja b. Ahron zu Kiev deckt. Denn es befand sich in der Suite des Kiever Fürsten Michael Alexander (oder Olelkov) ein ״verfluchter Sternensudher und Schwarzmagier“, ein Jude namens Secharja aus Kiev, mit dessen Eintreffen in Novgorod im Winter 1470 die Entstehung der Sekte datiert wird. Ohne auf das Problem der Bewegung der Sektierer überhaupt und auf das Problem ihrer Literatur hier näher einzugehen, dürfen wir zunächst als zu ihr gehörig nur solche Schriften rechnen, die in den Reihen der Sektierer entstanden oder von anderen für ihre Propagandazwecke verfaßt wurden. Ein solches konnte man in dem sog. ״ Juden-Psalter“ erblicken, das viele Machsorteile in Psalmform übersetzt enthält und das angeblich zur Verdrängung der Psalmen aus der orthodoxen Kirche dienen sollte. Übersetzt wurde es von einem 8 Neuere Arbeiten über Kiew als Lehrzentrum, über Moses II. und seine Bibliothek bei S. L. Zinberg in der ״Jewrejskaja Starina“ Bd. XI. Leningrad 1924 S. 101—109, in seiner Geschichte der jüdischen Literatur Bd. V (Wilna 1935) S. 18—30 und in der Monatsschrift d'es Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts (Jiwoblätter) Bd. VIII Nr. 3 (Sept. 1935) S. 269—272. Sehr seltsam ist es, daß der Sammelband Nr. 168 der Wiener Nationalbibliothek (Schwarz S. 179—181) (nicht aus der Sammlung Tengnagel) hebräische Schriften von Maimonides u. a. enthält, die in derselben Zusammensetzung in der alt« russischen Übersetzung des ״secretum secretorum“ verarbeitet wurden.

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