Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die altrussischen Handschriften der Logik und ihre jüdischen Quellen
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 4)
- Language
- German
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Die altniss. Handschriften d. Logik u. ihre jüdischen Quellen 125 Ssobolevski als Fortsetzung der ,,Logik der Judaisierenden“ von Maimonides bezeichnet und zur Literatur der Sektierer hinzugezählt3. Yon den Erwägungen Ssobolevskis ausgehend;, druckte einige Jahre später S. L. Neverov diese angebliche Fortsetzung der Logik des Maimonides in den Nachrichten der Kiever Universität ab und schickte ihr eine kurze, ihre sprachlichen Eigentümlichkeiten behandelnde Charakterisier rung voraus4. Durch Vermittlung des Professors der Theologie und Oberpriesters P. Svetlov, meines Lehrers an der Kiever Universität, durfte ich kurz nach dem Krieg diese Sammelschrift benutzen, um sie auf das Verhältnis zum hebräischen Text des Maimonides zu prüfen. Ihre Bedeutung ist umso größer, als sie auf Südrußland als ihren Entstehungsort direkt hinweist, genau datiert und über ein halbes Jahrhundert älter als die Synodale ist, und in die Zeit fällt, in der die Heräsie der Judaisierenden in Rußland sehr verbreitet war. Auf der Rückseite von Blatt 108 dieser 288 Bll. in 8° starken Sammelschrift, befindet sich, von Hand des Kopisten Vaska (Vassil), des Schreibers eines südrussischen Edelmanns Nikolaus Radivilovic, eine Notiz, daß er diese Schrift, genannt ״Pritocnik“ (der Parabelschreiber), im Jahre 1483 geschrieben habe. Auch diese Handschrift, die unsachgemäß behandelt und erst am Anfang des XIX. Jahrhunderts gebunden und nachträglich paginiert wurde, ist unvollständig. Die die Logik betreffenden Partien dieser Sammelschrift machen insgesamt 23 Bll. aus, die wohl beim Binden durcheinander gebracht wurden. Außerdem enthält diese Sammelschrift noch 4 Bll. (Bll. 211—214), die ebenfalls eine Übersetzung einer anderen logischen Schrift darstellen. Sprachlich bildet dieses kleine Fragment mit dem großen und der synodalen Hand- Schrift eine Einheit, benutzt dieselben philosophischen Termini und hebräischen Ausdrücke, architektonisch und inhaltlieh jedoch unterscheidet es sich von den beiden und läßt auf eine andere jüdische Quelle schließen5. Während die Kapitel 3 A. I. Ssobolevski!, Die ttbersetzungsliteratur... S. 406—408. 4 S. L. Neverov, Logika zydovstvujuscich, Kijevskija Umversitetskija Izvestija, Jahrgang1909) 49 ־) Nr. 8 S. 1—62. 5 Die falsche Bezeichnung dieses Fragments als einen Teil der im