Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die altrussischen Handschriften der Logik und ihre jüdischen Quellen
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 3)
- Language
- German
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122 Haim Borodianski Anfang des 14. Kapitels der מלות ההגיון folgt. Da die Zitate bei Ssobolevski eine fast wörtliche Übersetzung der Anfänge der Kapitel und der logischen Definitionen ergeben, muß man annehmen, daß es sich beim Umfange des ersten Teiles der Handschrift mehr um einen ausführlichen Kommentar und eine Paraphrase als um eine Übersetzung handelt. Der zweite Teil der Handschrift bildet ebenso wie der erste eine Über- Setzung oder Bearbeitung einer hebräischen Schrift. Der Yerfasser zitiert oft Aristoteles, bezeichnet ihn als den größten Philosophen der früheren und späteren Generation, der seine Weisheit von seinen jüdischen Zeitgenossen Mordechaj, Zerubabel und den Propheten Esra und Maleachi hat. Zum Schluß der Handschrift führt der Verfasser einen Philosophen mit dem Namen Aviassaf an, dessen aus zwei Einleitungen und fünf Kapiteln bestehende Schrift den Weg zur Erreicherung der ״göttlichen Wissenschaft66 führe. Als weitere Kopien dieser Logik bezeichnet Ssobolevski noch zwei Handschriften, von denen die eine (aus dem XVII. Jhdt.) sich in der öffentlichen Bibliothek zu St. Petersbürg (Sammlung Pogodin Nr. 1146) und die andere in der Bibliothek der Akademie für Geistliche in Kazan (Sammlung aus dem Kloster zu Ssolovezk Nr. 263) befindet. Die Fort- Setzung des zweiten Teiles der Logik glaubte Ssobolevski einige Jahre nach der Entdeckung der synodalen Handschrift in einem Teil einer Sammelschrift zu erblicken, die N. J. Petrov in der Beschreibung der in der Stadt Kiew befindliehen handschriftlichen Sammlungen verzeichnet2. Dieser Teil der Sammelschrift, die sich damals in der Bibliothek des Midhailov-Klosters zu Kiev (im Katalog des Klosters unter Nr. 1655) befand, ist sowohl dem Inhalt als auch der Sprache und Terminologie nach der synodischen Handschrift ähnlich, führt einige Male den am Schluß der obigen Handschrift erwähnten Philosophen Aviassaf mit der üblichen Anrede (Es sprach . . . אמר אביאטף) an und trägt unverkennbar Züge einer Übersetzung aus dem Hebräischen. Er wurde daher von 2 Petrov, Nikola;} Ivanovic. Opissartije rukopisnych sobranij, nachod'־ jascichsja v g־orode Kieve. Moskau, Teil II 1896 Nr. 493 S. 221.