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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 104

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Der Ort der Vorsehungslehre nach der Ansicht Maimunis
Date
1937-01-01
Page
Seite 104 (sequence 12)
Language
German
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104 Leo Strauß keine Politik, deren Zweck nicht vorzüglich didaktisch, die vorzüglich ״Realpolitik“ wäre. Der Aufbau des Moreh ist weniger durchsichtig, und zwar, weil in diesem Werk die politische Lehre von Prophetie und Gesetz der Metaphysik eingeordnet zu sein scheint. Diese Abweichung von der nächstliegenden Anordnung erklärt sich nicht allein daraus, daß die Prophetologie für die Interpretation des ma'aseh merkabah unentbehrlich ist33, sondern auch und vor allem aus dem Grundcharakter des Moreh. Dieses Werk will, wie Maimuni von vornherein erklärt, nichts anderes darbieten als die ״Wissenschaft vom Gesetz“34. Das Gesetz, das nach der gewöhnlichen, auch von Maimuni gebilligten Ansicht nur ein Thema unter mehreren philosophischen Themen, das Thema nur einer philosophischen Disziplin unter anderen, der politischen Wissenschaft nämlich, ist, ist im Moreh das einzige Thema: nicht weil der Moreh weniger ״politisch“, sondern weil er mehr ״politisch“ ist als etwa Ibn Sinäs Metaphysik, darum und darum allein kann Maimuni in ihm die Prophetie scheinbar im Rahmen der Metaphysik behandeln, während Ibn Sinä sie im Rahmen der Politik behandelt. Denn weil der Moreh ganz und gar der Wissen- Schaft vom Gesetz gewidmet ist, darum richtet sich sein Aufbau nicht nach der Anordnung der philosophischen Diszi- 33 S. z. B. H 43 Ende. 34 I Einl. (3 a). — S. Maimon hat wohl im Hinblick auf diese Stelle das erste Kapitel seines Moreh-Referats in seiner Lebensg־eschichte (Berlin 1793r II, 15) folgendermaßen überschrieben: ״More Newochim, dessen Plan, Zweck und Methode. Theologie politic a“. Maimon gibt die er״ wähnte Stelle aus der Einleitung zum Moreh mit folgenden Worten wieder: der Moreh ״soll bloß den Grund zur Wissenschaft der Gesetzgebung. (Weis״ heit der Gesetze) legen/4 (A. a. 0.7 20). 35 Das Gesetz dient zwei Absichten: dem Heil der Seele und dem Heil des Leibes; das Heil der Seele wird erreicht durch wahre Meinungen, das Heil des Leibes durch die politische Ordnung, die auf der Richtigkeit der Handlungen beruht. Die wahren Meinungen, deren Ziel die Gottes״ liebe ist, lassen sich auf die vier beweisbaren Fundamentallehren (be״ treffend Gott, Engel, Prophetie und Gesetz) zurückführen, die von Mai״ muni innerhalb des Mischneh thorah in den H. Jesode ha״thorah, innerhalb des Moreh im ersten Hauptteil (1.1—HI 7) dargelegt werden; daß sich am Ende von m 7 der tiefste Einschnitt innerhalb des Moreh findet, ist zu

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