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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 103

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Der Ort der Vorsehungslehre nach der Ansicht Maimunis
Date
1937-01-01
Page
Seite 103 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Der Ort d. Vorsehungslehre nach d'. Ansicht Maimunis 103 Die bisherige Darlegung wird bestätigt durch den Aufbau des Sepher ha~maddas des ersten, am meisten philosophischen Teils des Misclineh thorah. Daselbst behandelt Maimuni zunächst die Metaphysik (H. Jesode ha-thorah I—II) und die Physik (ebd. III—IV), und erst nach dem förmlichen Abschluß von Metaphysik und Physik, d. h. aber nach dem förmlichen Abschluß der theoretischen Philosophie, die Prophetie und das Gesetz (ebd. YII—X): Prophetie und Gesetz sind Themen nicht der theoretischen Philosophie, sondern der Politik. Damit ist die Erörterung der wissenschaftlichen Grundlagen der Thorah, der vier beweisbaren Fundamentallehren (ארא אצליה) : Gott, Engel, Prophetie und Gesetz30, abgeschlossen. Erst danach, also insbesondere auch nach der Politik, behandelt Maimuni die Ethik (H. deoth)31, die von geringerer wissenschaftlicher Dignität32 ist. Die Yorsehungslehre vollends findet sich erst ganz am Schluß des Sepher hamadda: Maimuni erörtert die Vereinbarkeit der göttlichen Allwissenheit und Allmacht mit der menschlichen Willensfreiheit im 5. und 6. Kapitel der H. theschubah, Lohn und Strafe der kommenden Welt im 8. Kapitel, Lohn und Strafe in dieser Welt oder die messianische Zeit im 9. Kapitel, die wahre Glückseligkeit im 10. Kapitel, welches das Sepher ha-madda beschließt. Indem Maimuni die Vorsehungslehre im Zusammenhang der Erklärung des Gebotes der Umkehr, d. h. in einem erbaulichen Zusammenhang, und nicht in der Erörterung der (philosophischen) Grundlagen der Thorah, vorbringt, zeigt er sich von der Ansicht geleitet, daß diese Lehre ein notwendiger Anhang der Politik ist. Denn Erbauung ist nichts anderes als didaktische Politik, und es gibt für Maimuni (in 79—80), also ganz am Schluß, und zwar unter deutlichem Hinweis auf den exoterischen Charakter dieser Lehre. Vor allem aber ist an Cicero zu erinnern, der wohl unter dem Einfluß seiner platonisierenden Lehrer eine ähnliche Stellung einnimmt, wie die Vergleichung von De repub. und De legg. einerseits mit De natura deorum und De divinatione andererseits ergibt. 30 Vgl. EI 35 Anfang und 36 Anfang mit 45 (98 b—99 a). 31 Die Anordnung Politik-Ethik (-Ökonomik) findet sich auch sonst im Zeitalter Maimunis? s. RßJ, 1936, 11, n. 5. 32 I 2 (14 a). Vgl. o. S. 96.

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