Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die erste Benediktion des Achtzehngebetes
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 5)
- Language
- German
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Die erste Benediktion des Achtzehngebetes 75 hier von den Besonderheiten absehen, die man bei L. Finkeistein: The Development of the Amidah, 1925 (JQR NS XVI) 142 f. verzeichnet findet7. Erst die Schlnß-Eulogie מגן אבות ist wieder allen Riten gemeinsam. Man hat nun darauf hingewiesen, daß diese Schluß- Etilogie mit einer Stelle jenes bei Jesus Sir ach 51, 21—35 (hebr.) vorliegenden Psalmes zusammenzubringen sei, der nach allgemeinem Urteil eine frühe Gestalt der Tefilla wider״ spiegelt. Yers 31—33 lauten: הודו למנן אברהם כי לעולם חסדו, הודו לצור יצחק כי לעולם הסחי, הודו לאביר יעקב כי לעולם חסת. Aber man darf nicht außer acht lassen, daß diese Yerse nicht gegen Anfang, sondern fast ganz am Schluß des Psalmes erscheinen, nachdem Entsprechungen zu den גבורות und zu den nationalen Bitten vorangegangen sind. Wir werden gleich sehen, was es mit dieser Stellung auf sich hat. Das Thema der ersten Benediktion ist Gottes künftige Hilfe, und doch bezieht sich die Schluß-Eulogie — wenn wir sie wörtlich nehmen — nur auf den Schutz, den Gott in der Vergangenheit dem Vorväter erwiesen hat. Nun hat die grieehische Version gewiß nicht unrecht, wenn sie מגן אברהם mit ׳ujceQaajuatr]? ysvorg 3Aßpadfx (Schild der Nachkommen Abrahams) widergibt: so wird der hebräische Ausdruck schließlich wirklich empfunden worden sein. Dennoch bedarf er in seiner besonderen Formulierung einer Erklärung. Wir glauben, daß er ursprünglich nicht für die erste Benediktion geprägt war, sondern aus dem Ideenkreis einer folgenden, einer wirklichen Tefilla-Benediktion stammt. Wir können hier nur kurz auf Zusammenhänge hinweisen, die wir anderwärts 7 Nur bei Zugrundelegung־ der aus Genisa-Fragmenten der gaonäisehen Zeit bekannt gewordenen palästinensischen Version würde unsere Interpretation der ersten Benediktion hinfällig werden, da dort weder die Worte גומל חסדים טובים noch זוכר חסדי אבות vorhanden sind. Aber die Rolle, die die palästinische Version in der Geschichte der Tefilla spielt, ist von Finkeistein sehr überschätzt worden: soviel ergibt sich — abgesehen von den Daten der Einzelinterpretation — gerade auch aus der Heranziehung der außerhalb unserer gesamten hebräischen Überlieferung stehenden griechischen Version. Vgl. im übrigen einstweilen das Urteil Eibogens (Der jüdische Gottesdienst) S. 583 und Köhlers noch entschiedenere Stellungnahme zur Sache in HUCA I S. 394 f.