Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 81 (1937)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die erste Benediktion des Achtzehngebetes
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 3)
- Language
- German
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Die erste Benediktion des Achtzehngebetes 73 gebete; besonders gern wird die letztere Formel verwandt, wo mitten in der Benediktion der Übergang vom Preisgebet oder, genauer, von aussagenden Teilen des Gebetes zum Bittgebet erfolgt, z. B. in den זכרונות, מלכויות und שופרות״ und auch in der vierten Benediktion der Fest-Tefilla. Demgemäß gehören die beiden Formeln auch zwei verschiedenen Sphären der seelischen Einstellung an. Die Formel ברוך אחדי ה׳ ist — so paradox es zunächst klingen mag — ein Element des Er- Stiles (vgl. MGWJ 1934, S. 442), die Formel אלהינו ואלהי אבותינו dagegen ein Element des Du-Stiles, selbst dort, wo sie wie in der הודאת ausnahmsweise einmal nicht als Anredeformel gebraucht wird. Denkt man sich בא״י vom Anfang der Tefilla weg, so bleibt ähnlich wie übrigens in der griechischen Version eine lange feierliche und direkte Anrufung. Die Worte ודבר חסדי אבות bilden den Höhepunkt dieser Anrufung. Denn was ist Sinn und Absicht der ersten Benediktion? Ursprünglich nicht etwa die Verherrlichung Gottes als des Schöpfers und des Weltenherren! Die בורות!: sind vielmehr Name und Thema der zweiten Benediktion — was freilich jetzt nur noch in der griechischen Version mit genügender Klarheit hervortritt, während im hebräischen Text lediglich der Einschaltungssatz ... משיב הרוח, der nun einmal seit früher Zeit vorgeschrieben war, als einziges Überbleibsel den alten kosmologischen Charakter dieser Benediktion repräsentiert. Das wirkliche Thema der ersten Benediktion hingegen wird bereits durch die Worte אלהינו ואלהי אבותינו אלתי אברהם אלתי יצחק ואלד,י יעקוב, dann stärker durch גומל חסדים טובים vorbereitet, um schließlich in וזוכר חסדי אבות zur vollen Entwicklung zu gelangen. Für das Verständnis dieser Worte ist es wesentlich, ob man das אבות als Genitivus subjectivus oder als Genitivus objectivus auffaßt, ob also חסדי אבות, wie man wohl gewöhnlich übersetzt, die Liebe der Väter ist, oder aber die Liebe Gottes, die er den Vätern durch seine Verheißungen erzeigt hat. Für die letztere Auffassung spricht nun sowohl das Vorhergehende wie das Folgende. Denn das למען שמו paßt nicht zur ersten Auffassung, aber um so besser zur zweiten, und die Worte גומל חסדים טובים, die