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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 70

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Äthiopier und Juden in der antiken Literatur
Date
1937-01-01
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 Hans Lewy Der Name des Königs weist auf den Sagenkreis hin, an den diese neue Aetiologie anknüpfte. In einer der wichtigeren Varianten dieser vielgestaltigen Legende erscheint Kepheus als der Fürst eines nach ihm benannten äthiopischen Völker- Stammes, der Kncpfjveg, die unter seiner Führung in nördliche Gegenden auswanderten18. Zu Beginn der hellenistischen Epoche wurde die Sage von Kepheus, seiner Tochter Andromeda und ihrem Befreier Perseus, in der palästinensischen Hafenstadt Jaffa lokalisiert19. An einem der berühmten Felsen vor der Küste soll Andromeda auf Befehl des Orakels ausgesetzt worden sein, bis Perseus das Meerungeheuer, dem die Königstochter geweiht worden war, mit Hilfe des Gorgohauptes besiegte20. Als Beweis diente auch hier die Etymologie. Der Name der Stadt Töjct] wurde von 5Atfrtojn] (das feurige, d. h. das heiße Iope) abgeleitet21: argumentum ex nomine petitur. Auf diese Weise gelangten die Nachkommen der fiidäischen5 Aethiopier in die Nähe des judäischen Landes. Aber auch damit war ihre Leidensgeschichte noch nicht beendet. ״Furcht und Haß“ zwangen einen Teil von ihnen vor ihrem König, über dessen Regiment sonst nichts überliefert ist, in die dahinterliegenden Bergländer Judäas zu fliehen, wo sie endlich ihren Ruhesitz fanden. Die Mythographen berichten nichts über innere Streitigkeiten der um Jaffa angesiedelten Kephenen, so daß nicht zu entscheiden ist, ob Tacitus die Motivierung der Flucht: odium et metus bereits übernahm oder aus seiner Anschauung vom jüdischen Volks- 18 Vgl. RE s. v. Kepheus. 10 Vgl. Strabon I 43 C. Über die Beziehungen der Andromedalegende zur phönicischen Ortssage vgl. Baudissin 1. c. II 178, 1. Im übrigen s. RE s. v. Joppe. 20 Später zeigte man alle möglichen Sehenswürdigkeiten in der Nähe von Jaffa: Spuren der Fesseln der Andromeda (Jos. bell. III 2, 3), Knochen des Meerungeheuers (Pomponius Mela I 64), eine rote Quelle, in der Perseus das Blut des getöteten Ungeheuers sich abgewaschen haben soll (Pausanias IV 35, 9). Der Ädil M. Scaurus ließ das in Joppe aufbewahrte Skelett des Meerestieres als Sehenswürdigkeit nach Rom schaffen und dort ca. 60 a. Chr. ausstellen (Plinius IX, 5, 11). Allem Anschein hach war er also mit Pompeius in Judaea gewesen. Über das Museum des Scaurus (miracula Scauri) vgl. Ammianus Marcellinus XXII, 15, 24. 21 Vgl. Stephanus Byzantius s. v. ן1:7ל'10י.

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