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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 67

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Äthiopier und Juden in der antiken Literatur
Date
1937-01-01
Page
Seite 67 (sequence 3)
Language
German
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Aethiopier und Juden in der antiken Literatur 67 jüdischen Yorsdiriften auf den astrologischen Glauben an die Kraft des Planeten Saturn zurück. Sabbat und Saturntag, die ursprünglich, aus zwei verschiedenen Zeitordnungen, der Pianetenwoche und der jüdischen, stammen, wurden in der hellenistisch-römischen Epoche aneinander angeglichen und beeinflußten einander in ihren Riten. Weite Kreise des Heidentums beteiligten sich damals an der Sabbathruhe und begründeten sie durch Hinweis auf die Macht des obersten Planetengottes* * * 4. Dieser Aberglaube liegt auch der gelehrten Konstruktion von dem saturnischen Charakter der jüdischen Religion zugrunde5, die Tacitus von einem unbekannten Gewährsmann übernahm. Aber es besteht noch ein dritter Berührungspunkt zwisehen Idäern und Juden, der von Tacitus nicht hervorgehoben wird, aber in seinen Worten enthalten ist. Als Zufluchtsort der Idäer werden die äußersten Randgebiete Afrikas — novissima6 Libyae — angegeben. Man hat bisher versäumt, diese Ortsangabe genauer zu prüfen. Sie ist — wie oft bei Tacitus — preziös formuliert und scheint topographisch ungenau zu sein, erhält aber eine präzise Bedeutung durch Rückübersetzung in die griechische Sprache, in der diese Gründungslegende wie alle anderen bei Tacitus überlieferten ursprünglich abgefaßt ist. Novissima Libyae entspricht od ev rrj A1ß׳ur] 80%atiai, womit schon Herodot (III 115) das Land Aethiopien bezeichnete. Die Aethiopier galten seit Homer als die Leute, die ״am Rande der Welt“ wohnen7. Sie spielen in der antiken Ethnographie eine besondere Rolle, wurden wie viele Randvölker ideali- * Vg*l. RE s. v. Hebdomas (Boll), Hypsistos (Cumont) und W. Graf Baudissin, Studien zur semitischen Religionsgeschichte I (1876), 232. Auf der gleichen Grundauffassung beruht auch die im Scholion zu Vergils Georgical 336 überlieferte Erklärung des Verbots am Sabbath zu kochen: ״Es ist bekannt, daß der Saturnstern kalt ist; daher sind auch die Speisen der Juden am Saturntage kalt (Satis cognitum est Saturni stellam frigidam esse et ideo apud Iudaeos Saturni die frigidos cibos esse).“ 5 Damit erledigen sich auch die Versuche, die taciteische Legende mit einer alten kretisch~philistäischen Überlieferung in Zusammenhang zu bringen (s. z. B. Th. Reinach, Textes d’auteurs Grecs et Romains relatifs au Judaisme, Paris 1895, p. 302, 1). 6 Über die Bedeutung von novissimus ultimus) vgl. Heraeus im Kommentar zu Tacitus' Historien ad 10 c. 7 *E3)raT01 avopeuv: 0 205. ot 23. 5*

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