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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 66

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Äthiopier und Juden in der antiken Literatur
Date
1937-01-01
Page
Seite 66 (sequence 2)
Language
German
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66 Hans Lewy mußte. Der Beweis dafür wird aus dem Namen bezogen: berühmt ist auf Kreta der Berg Ida; die Idäer, die Bewohner in seiner Umgebung, nennen sich heute Judäer, wobei ihr Name durch die Umsetzung in eine fremde Sprache eine Dehnung erfuhr1“. Die Identität der beiden Völker ergibt sich nach Tacitus zunächst lediglich aus der Etymologie. Ähnliche künstliche Ableitungen fremder Volksnamen finden sich häufig bei den griechisch-römischen Ethnographen, da das Altertum eine wissenschaftliche Etymologie nicht gekannt hat2. Tacitus ergänzt jedoch seinen knappen Bericht im Verlauf der Erzählung und weist im vierten Kapitel seiner sog. jüdischen Archäologie darauf hin, daß es noch einen zweiten Beweis für diese Genealogie gab. Sabbath und Siebentjahr wurden zu Ehren des Saturn eingeführt, ״sei es, daß die Idäer, die wie gesagt mit Saturn vertrieben und die Begründer dieses Volks wurden, die Grundzüge ihrer Religion überlieferten, sei es daß von den sieben Gestirnen, die die Sterblichen lenken, der Stern mit der größten Umdrehung und Macht der Saturn sein soll wie ja auch die meisten Himmelskörper ihre Wirkung und ihren Umlauf in der Siebenzahl ausüben“3. Danach gehen die 1 Iudäeos Creta insula profugos novissima Libyae insedisse memorant, qua tempestate Saturnus vi Iovis pulsus cesserit regnis. Argumentum e nomine petitur: inclutum in Creta Idam montem, accolas Idaeos, aucto in barbarum cognomento, ludaeos vocitari. 2 Durch das gleiche Verfahren wurde der Name _ Touoguo; von OuBaio!; einem der Sprößlinge der Drachensaat des Kadmos, abgeleitet. (Vgl. Stephanus Byzantius s. v. ,Iouoaia). Berühmt ist die Umwandlung des Namens des Ilus (des Sohnes des Aeneas) in Iulus bei Vergil Aeneis I 267 f.7 die auf dem gleichen Lautwechsel beruht. Der Name des germanischen Volksstammes der Kimbrer wurde von dem der skythischen Kimmerier ab״ geleitet: xou ypövoo zyjv cpfrsipavcos ev T(j tojv zcAouudvujv Kqißptuv 7cpoa7]־)־opuz (Poseidonios bei Diodor V 32, 4). Die Erklärung des Völker״ namens spielte in den Gründungslegenden (xTiasi;, origines) eine große Rolle. Schon Hellanikos (4 F 66 f. Iacoby) und der Sophist Hippias von Elis (6 F 1 Jacoby) verfaßten Werke mit dem Titel if)־vu>v 6vop.ao1'at. 3 Alii honorem eum Saturno haberi, seu principia religionis traden״ tibus Idaeis, quos cum Saturno p ulsos et conditores gentis accepimus, seu quod de septem sideribus, quis mortales regunter, altissimo orbe et prae״ cipua potentia stella Saturni feratur, ac pleraque caelestium vim suam et cursus septenos per numeros commeare.

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